Entwicklung

Mehr Erdöl fördern mit Chemie


AllessaChemie erobert ein neues Geschäftsfeld

 

 

Das soll dem Unternehmen nicht noch einmal passieren. So ein Einbruch wie bei der Wirtschaftskrise 2009. Mit Werkschließung, Stellenabbau, roten Zahlen.

 

 

 

Deshalb baut die Frankfurter AllessaChemie (820 Mitarbeiter) vor: „Wir wollen ins Ölgeschäft einsteigen“, sagt Firmenchef Thomas W. Büttner. „Mit Chemikalien, die bei der Förderung helfen. Dadurch werden wir unabhängiger vom Auf und Ab der Chemie-Konjunktur.“ Denn Öl braucht die Welt immer.

 

 

 

Schon bald sollen Spezial-Chemikalien der Frankfurter auf den Ölfeldern eingesetzt werden. Zum Beispiel eine Verbindung, die heißes Wasser (90 Grad Celsius) so dickflüssig macht wie Erdöl. „Diese Flüssigkeit presst man durch Bohrlöcher zwei bis drei Kilometer tief ins Gestein“, erklärt Marita Neuber, Forschungsleiterin von Allessa. „Dort hilft sie, das Öl zum Haupt-Bohrloch und nach oben zu transportieren.“

 

 

 

Erste Umsatz-Million schon in diesem Jahr

 

 

 

Auf diese Weise kann man aus bestehenden Feldern mehr Erdöl gewinnen als über gängige Verfahren. Deutlich mehr als die 40 Prozent, die über den natürlichen Druck und anschließendes Hochpressen mit Wasser oder Gas erreicht werden können.

 

 

 

 

 

 

 

Ist die neue Methode nicht für die Umwelt gefährlich? „Verbindungen wie unsere werden auch als Verdicker in Cremes und Lotionen eingesetzt“, gibt die Chemikerin Entwarnung. Zudem müsse jede einzelne Ölfeld-Chemikalie geprüft und zugelassen werden. Die gesetzlichen Anforderungen der Förderländer – zum Beispiel an der Nordsee – seien da „sehr rigide“.

 

 

 

Schon jetzt bringt das neue Arbeitsgebiet Jobs für die Allessa. Eine neue Chemikerin und ein Laborant verstärken das 15-köpfige Forscherteam in den Labors. In diesem Jahr erwartet der Geschäftsführer die erste Umsatz-Million.

 

 

 

Für 2015 peilt er bereits die Marke von 10 Millionen Euro fürs Ölfeld-Geschäft an. Büttner: „Insgesamt wollen wir dann ein Viertel mehr umsetzen als heute.“ Das dürfte auch Jobs in der Produktion bringen.

 

 

 

 

 

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