Konjunktur

Mehr als waschen und bügeln


Beispiel Jensen GmbH: Innovationen bleiben auch 2009

Harsum. Wie geht es 2009 weiter? Bo Rasmussen, Sprecher der Jensen-GmbH-Geschäftsführung in Harsum, nahm auf  der Betriebsversammlung kurz  vor Weihnachten kein Blatt vor  den Mund: „Wir erwarten, dass  die Zahl der Aufträge in 2009  geringer wird.“

Doch damit geht für den  Maschinenbau-Betrieb zwischen Hannover und Hildesheim die Welt nicht unter. „Wir müssen uns einfach nur etwas mehr anstrengen, um neue Aufträge zu bekommen.“

Unterstützung  von den Banken

Jensen gehört zu den wenigen Betrieben, die zu Beginn  des neuen Jahres noch kaum  Grund zur Klage haben. „Wir  haben für einige Monate ganz ordentlich zu tun“, sagt Rasmussen. „Dennoch“, er gänzt Geschäftsführungs-Kollege Albert Steffen, „es ist zu spüren, dass es bei einigen unserer Kunden ein Finanzierungsproblem gibt.“

Anders ausgedrückt: Zwar gibt es in den Krankenhäusern, Hotels oder Altenheimen den gleichen Bedarf an neuen Waschmaschinen wie vor der Krise. „Doch um diese Anlagen finanzieren zu können, benötigen unsere Kunden die Unterstützung der Banken und Sparkassen“, sagt er.

 

Steffen zitiert hier gern den amerikanischen Schriftsteller Mark Twain: „Banken verleihen bei Sonnenschein Regenschirme, aber beim ersten Regen wollen sie die Schirme zurück.“ Deshalb erinnert der Arbeitgeberverband Niedersachsen-Metall die Banken an ihre Verantwortung, die Firmen in der aktuell schwierigen Zeit nicht im Regen stehen zu lassen.

Gleichwohl sind sich die Betriebe ihrer Stärke bewusst: Weltweit ist derzeit keine Branche so gut aufgestellt wie die deutsche M+E-Industrie. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis schneiden die deutschen Betriebe immer noch am besten ab. Das trifft auch auf Jensen in Harsum zu. Vor Jahren hatte das Unternehmen die Fertigung umorganisiert, um Kosten und Zeit zu sparen. Die Produktionszeit ist zum Teil halbiert worden, just in time löste teure Lagerbestände ab.

Schnickschnack wird nicht bezahlt

Die hohe Qualität bleibt der Anspruch – immer aus Sicht des Kunden. Innovationen sind der Schlüssel zum Erfolg. Mehrwert schaffen, nennt es Rasmussen. „Wir liefern zwar mehr als ,Waschen und Bügeln’.

Aber unsere Kunden stehen unter extremem Kostendruck. Sie können überflüssigen technischen Schnickschnack nicht bezahlen.“ Und auch das war seine Botschaft auf der Betriebsversammlung des Unternehmens, das weltweit zu den führenden Herstellern von gewerblichen Wäschereimaschinen zählt: „Wenn wir weiter so innovativ sind, werden wir auch 2009 erfolgreich sein.“

Bei Jensen gibt es noch Auftragspolster. Davon können im Moment viele Betriebe der niedersächsischen Metall- und Elektro-Industrie (M+E) nur träumen. „Die Konjunktur-Krise ist längst auch bei den mittelständischen Maschinenbauern angekommen“, sagt Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall. Sein Verband hat zum Ende des vergangenen Jahres die Mitgliedsbetriebe um eine Einschätzung für 2009 gebeten.

Erstes vorläufiges Fazit der Befragung: Nicht nur die Autobauer und ihre Zulieferer hat die Krise voll erwischt. Nachfrage und Produktion sind quer Beet durch alle Branchen der M+E-Industrie zum Teil deutlich zurückgegangen.

Werner Fricke

 

Info: Jensen-Gruppe

Die Jensen-Gruppe plant, entwickelt, produziert, installiert und wartet Maschinen und Systeme für Miettextilbetriebe, Industrie-, Zentral- sowie Krankenhaus- und Hotelwäschereien. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 1.100 Mitarbeiter. 226 Mitarbeiter am Standort Harsum sorgen für die Entwicklung und die Produktion von Waschstraßen, Pressen und Trocknern sowie für den Vertrieb der gesamten Jensen-Produktpalette in Deutschland und Osteuropa.

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