Lasst doch mal die Mädchen ran

Mehr als 10.000 Angebote beim „Girls’ Day“ am 23. April

Feuer und Flamme für die Ausbildung: Katharina Socher, Elisabeth Hinterholzer und Bianca Zach (von links). Foto: Schulz

Penzberg. Große Anlagen, Chemie, Technik – ist das überhaupt was für Frauen? „Na klar“, findet Katharina Socher (18), angehende Chemikantin beim Gesundheitsunternehmen Roche in Penzberg. Wenn beim Girls’ Day am 23. April bundesweit 10.000 Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihre Pforten öffnen, will sie Schülerinnen den Beruf nahebringen.

Ihr zur Seite stehen Elisabeth Hinterholzer (17) und Bianca Zach (19). „Wir steuern und überwachen Maschinen und Anlagen für die Herstellung biotechnologischer Erzeugnisse“, erklärt Hinterholzer. Was für Fähigkeiten sollten die Schülerinnen mitbringen, die einen der begehrten Girls’-Day-Plätze im Unternehmen bekommen? „Interesse an Technik und Naturwissenschaft sowie handwerkliches Geschick“, meint Socher.

Ein Viertel der Roche-Mitarbeiter sind Frauen

Sie renoviert in ihrer Freizeit gerade ihr Zimmer, baut Schränke zusammen, verkabelt den Fernseher. Selbst einen Wasserhahn könnte sie montieren: „Vor dem Umgang mit Werkzeug darf man keine Scheu haben“, sagt sie. Denn die „Girls“ müssen gleich loslegen: „Sie verschrauben Rohre, destillieren und steuern die Anlage“, so Zach. Und sie messen zum Beispiel den pH-Wert, die Dichte oder den Zuckergehalt von Stoffen.

„Natürlich erst nach der Sicherheitseinweisung“, betont die junge Frau. Sie nimmt ihre Verantwortung sehr ernst – nicht nur für die Schülerinnen oder die teuren Produkte und Anlagen, mit denen sie täglich umgeht. Sondern auch für ihre Großmutter, die sie liebevoll pflegt.

„Immer wieder merken wir, dass kaum jemand weiß, was wir im Berufsalltag so machen“, sagt Hinterholzer. Deshalb erzählt sie auf Messen und in Schulen von ihrer Ausbildung. „Wir sind altersmäßig so nah an den Schülern dran, dass sie ohne Scheu mit uns reden.“ Die 17-Jährige musiziert, ist im Schützenverein und fährt Ski. Vielfalt und Bewegung gehören zu ihrem Leben.

„Das passt zum Beruf“, findet Ausbilder Stefan Bleicher. Er freut sich über weibliche Nachwuchskräfte: „Bereits ein Viertel unserer Produktionsmitarbeiter sind Frauen“, sagt er. „Diesen Anteil würden wir gerne weiter erhöhen.“

Und wie sind die Zukunftsaussichten für Chemikanten? „Hervorragend“, versichert Bleicher. Auch in Sachen Weiterbildung? Der Ausbilder nickt: „Techniker, Meister, Studium – da ist alles drin!“

Fakten

Alles zum Girls’ Day

  • Zum Auftakt des bundesweiten Aktionstags empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich einige Schülerinnen im Kanzleramt.
  • Die Veranstalter erwarten insgesamt mehr als 100.000 Teilnehmer.
  • Feuerwehrfrau oder Werkstoff-Prüferin? Einen von 30 Berufen ausprobieren.
  • Einen Platz in der Nähe finden und gleich online anmelden geht unter girls-day.de/Girls_Day-Radar oder via Smartphone-App girls-day.de/app
  • Lust zu sehen, was abgeht? Coole Videos gibt’s auf girls-day.de

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