Schärfste Präzision

Megner Bandstahlschnitte aus Darmstadt stanzt alles aus

Darmstadt. Perfekt. José Esteban ist zufrieden. Mit kundigem Blick hat er gerade einige Stücke aus Bandstahl kontrolliert, die eine von ihm programmierte Maschine gefertigt hat. Die messerscharfen Teile sind das Herzstück der Stanzformen, die hier bei Megner Bandstahlschnitte in Darmstadt seit über 50 Jahren produziert werden.

Seine Stanzen stellte Firmengründer Otto Megner anfangs nur von Hand her. Der erste Auftrag kam 1963 von der Leder-Industrie. Man wollte Ledersohlen nicht mehr mühsam von Hand schneiden.

Heute gehören Unternehmen der verschiedensten Branchen zum festen Kundenstamm, von Druckereien, der Papier verarbeitenden Industrie und Automobilzulieferern bis hin zu Täschnern. „Wo immer etwas ausgestanzt werden muss“, erläutert Geschäftsführer Bernd Megner, „sind wir dabei. Egal, ob es um Papier, Wellpappe, Schaumstoff, Leder, Textilien, Folien oder sogar Holz und Aluminium geht.“

Als Sohn des Firmengründers kennt er den Betrieb mit heute knapp zehn Mitarbeitern von klein auf. Hatte man damals oft mehrere Wochen bis zur Auslieferung Zeit, geht heute vieles über Nacht. „Qualität wird vorausgesetzt, punkten kann man nur mit Geschwindigkeit, Top-Service, Know-how und guten Ideen“, beschreibt Megner die Entwicklung. Überzeugte zu Beginn allein das solide Handwerk die Kunden, sichert heute das Zusammenspiel von Manufaktur und moderner, computergesteuerter Fertigung die Qualität.

Fingerfertigkeit für komplizierte Formen

So schneidet ein Laser in eine Holzplatte präzise feinste Rillen, in die dann messerscharfe Stanzlinien gesteckt werden. Einfache Linien und Kanten können automatisch bestückt werden. „Bei komplizierteren Formen oder engen Kurven ist jedoch Fingerfertigkeit gefragt“, weiß Werkstattleiter Manfred Knüpfer.

So werden dank Know-how und pfiffigen Ideen auch die ausgefallensten Stanzformen produziert. „Da auch die später reibungslos laufen müssen, ist der Aufbau der Form für uns manchmal eine echte Herausforderung“, erläutert Knüpfer. Er arbeitet gerade an einem Werkzeug, das vollautomatisch überflüssige Teile aus einer Kunststoffform herausdrücken soll.

Sein Kollege Hans-Jürgen Zschage schlägt Bandstahlschnitte in die vorgegebenen Rillen einer Holzplatte, die schon bald Verpackungen aus Karton austanzen wird: für Sixpacks. „Im Sommer hält uns die Getränke-Industrie richtig auf Trapp“, so Zschage.

Verpackungen schaut er sich nach einem Einkauf immer genauer an: „Ich bau sie auseinander und überlege, wie da wohl die Stanzform aussieht, und oft genug erkenne ich sofort: Die Stanzform ist von uns.“


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