„Partnerbetrieb des Spitzensports“

Maschinenbauer Heidelberger Druck unterstützt Top-Nachwuchs-Boxerin

Wiesloch-Walldorf. Den Gegner im Blick haben, ganz konzentriert sein und die Rechte gezielt nach vorn bringen: Boxen ist eine klare Sache, ein Kampf nur mit den Fäusten und einem Sieger.

Irina Schönberger (20) ist fasziniert von ihrem Sport: „Ein gewonnener Boxkampf, das ist ein tolles Gefühl. Der Sieg ist der Lohn für die ganze harte Arbeit“, sagt die junge Frau. Diesen Triumph konnte die erfolgreiche Boxerin schon öfter genießen. Sie ist deutsche Vize-Meisterin und wurde 2012 Europa-Meisterin bei den unter 19-Jährigen.

Seit drei Jahren trainiert die Amateurin am Olympiastützpunkt in Heidelberg und macht gleichzeitig eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bei Heidelberger Druckmaschinen im Werk Wiesloch-Walldorf. „Mein Arbeitgeber unterstützt mich dabei, in meinem Sport weiterzukommen und dabei meine Ausbildung gut zu machen“, sagt Schönberger.

Denn der Beruf ist ihr ebenso wichtig wie der Leistungssport: „Schließlich macht mir die Arbeit großen Spaß. Hier sehe ich meine berufliche Zukunft“, sagt sie und düst mit ihrem Gabelstapler durch die Hallen, überall da, wo Ware rein und rausgeht. Der Standort Wiesloch-Walldorf ist mit über 5.000 Mitarbeitern die größte Druckmaschinenfabrik der Welt und liegt zwölf Kilometer südlich vom Firmensitz in Heidelberg.

Für sein Engagement, Leistungssport und Beruf zu vereinen, hat der Maschinenbaukonzern dieses Jahr die Auszeichnung „Partnerbetrieb des Spitzensports“ erhalten. Eine Anerkennung der Landesregierung und des Landessportverbands, die von den Arbeitgebern Baden-Württemberg unterstützt wird.

Der Arbeitgeber stellt sie für Wettkämpfe und Lehrgänge frei

Für Ausbildungsleiterin Sonja Mohr ist es selbstverständlich, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern. „Irina ist nicht die einzige Spitzensportlerin im Werk“, sagt sie. „Doch bei ihr haben wir zum ersten Mal mit der Personalabteilung ein Konzept erarbeitet, das künftig auch für andere gelten kann.“

Und das sieht so aus: Die Boxerin arbeitet ein paar Stunden weniger wöchentlich, kann an zwei Tagen schon morgens trainieren und erst um 10 Uhr anfangen. „Ab 17 Uhr ist täglich Training außer sonntags“, sagt Schönberger. Für die Teilnahme an Wettkämpfen und Lehrgängen wird sie außerdem freigestellt und muss keinen Urlaub opfern. Im Job und in der Berufsschule zeigt sie dennoch super Leistungen: „Irina ist so gut, da fällt es leicht, ihr entgegenzukommen“, so Ausbilderin Mohr.

Boxen ist schon lange ein fester Teil von Schönbergers Leben: „Als ich mit vier Jahren aus Rumänien nach Bruchsal kam, musste ich mich tatsächlich durchboxen“, erinnert sie sich. Als Zehnjährige hat sie mit dem Training angefangen und seither lässt sie dieser Sport nicht mehr los.

Schönbergers nächstes Ziel ist die Deutsche Meisterschaft, die Ende August im bayerischen Weißenburg ausgetragen wird: „Wenn ich den Titel hole, fahre ich zur Weltmeisterschaft nach Südkorea“.


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