Kunststoff

Mann+Hummel liefert Filter und Rohre für Autos

Sonneberg. Es zischt, brummt und summt in den Fertigungshallen von Mann + Hummel im thüringischen Sonneberg: 40 Spritzgussmaschinen liefern hier Spitzenprodukte für Kunststoffverarbeiter rund um den Globus.

Kristin Müller etwa ist mit der Herstellung eines Teils für ein neuartiges Saugmodul beschäftigt, Gabi Breyer prüft frisch gefertigte Ölabscheider und Kay Roßbach produziert Ansaugrohre. Derweil kreisen im Werk zwei elektrisch bespannte Routenzüge und sammeln fertige Produkte ein oder bringen Material-Nachschub rechtzeitig an die Arbeitsplätze.

Kraftstoff- und Ölfilter, Saug-rohre in diversen Formen oder Kurbelwellenentlüftungen: Gut 400 hoch qualifizierte Mitarbeiter stellen hier insgesamt 400 verschiedene Produkte her.

Neue Aufträge sollen den Umsatz ab 2018 kräftig steigern

Alle Teile sind aus Kunststoff, fast alle für die Automobil-Industrie. Darunter finden sich höchst komplexe Apparate wie etwa Luftansaugsysteme, die technisch sehr anspruchsvoll sind und deren Einzelteile hier auch montiert und per Vibration oder Heißgas geschweißt werden.

„Insgesamt beliefern wir 280 Kunden im In- und Ausland“, berichtet Werkleiter Thomas Lange-Stalinski und betont dabei das ständige Überprüfen, den Qualitätsaspekt. Beispielsweise müssen die Filter, die Motoren für die Verbrennung des Kraftstoffs bekommen, auch die allerkleinsten Partikel aus der Luft fischen. Moderne Antriebe sind anspruchsvoll.

Gut 100 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet das Werk im Moment, in den kommenden zwei Jahren ist leichtes Wachstum avisiert. Ab 2018 aber kommt richtig Schwung in den Standort.

„Unser Unternehmen hat sich zahlreiche neue Aufträge erarbeitet“, erklärt Lange-Stalinski, der auch das Schwesterwerk in Bad Harzburg (Niedersachsen) leitet. Viele dieser Produkte sollen in Sonneberg produziert werden. Bis es so weit ist, will man die Produktionsstarts vorbereiten, neue Maschinen aufbauen und neue Produktionsabläufe ausklügeln. So lassen sich Produktivität und Umsatz, eventuell auch die Zahl der Beschäftigten steigern.

Nicht nur das Werk in Thüringen profitiert vom neuen Schwung, das ganze Familienunternehmen Mann + Hummel wächst derzeit. Gerade ist die US-Gruppe Affinia übernommen worden, der Umsatz steigt von 3 auf 4 Milliarden Euro. Die Zahl der weltweiten Standorte kletterte damit auf 70, die Mitarbeiterzahl erhöhte sich auf mehr als 20.000.

Sonneberg spielt in diesem Orchester eine wichtige Rolle: Das Werk verfügt als einziges über einen Werkzeugbau. Also eine Abteilung, in der Spritzgießformen selbst hergestellt werden. „Unsere 40 Spezialisten bauen etwa 10 Prozent der Werkzeuge, vor allem die komplizierten, die das Unternehmen weltweit benötigt “, sagt Lange-Stalinski.


Schon gewusst?

Foto: Karmann
Foto: Karmann

So kommt das Granulat in die Maschine

  • Rund 5.500 Tonnen Kunststoff-Granulat verarbeitet das Werk in Sonneberg jedes Jahr. In sechs großen Silos lagern die sechs benötigten Plaste-Sorten.
  • Jede Maschine vor Ort mit dem Ausgangsmaterial für die Produkte zu beschicken, wäre wenig effektiv. Deshalb geschieht das zentralisiert.
  • Das Granulat wird über ein viele Kilometer langes Röhrensystem per Druckluft computergesteuert in der richtigen Menge zu den jeweiligen Maschinen transportiert.

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