Kautschuk

"Man sieht: Hier wird einiges bewegt"


Poppe & Co. baut die Fertigung zu einer hochmodernen Fabrik aus

Gießen. 4,2 Millimeter – die Wandstärke passt genau. Reinhold Gebert ist zufrieden.

„0,2 Millimeter Toleranz hätte ich gehabt“, sagt er. Alles im grünen Bereich.

Der 38-jährige Facharbeiter, der als Extruderführer Ölfilterringe herstellt, wirkt kompetent und hoch motiviert. Sein Unternehmen, Poppe und Co. in Gießen, hat Teile der Fertigung umorganisiert und

eine neue Produktionslinie eingerichtet. 2 Millionen Euro hat die Anlage gekostet.

Spitzentechnik, die nicht nur für einen deutlich höheren Ausstoß sorgt, sondern auch die Motivation der Mitarbeiter gesteigert hat. Fragt man Reinhold Gebert, bringt er es schnell auf den Punkt: „Wir haben jetzt mehr Verantwortung, das spornt an und macht viel mehr Spaß.“

Zeitverlust war gestern

Unnötige Arbeitsschritte sind entfallen. „Früher wurde erst extrudiert, dann vulkanisiert – und immer gab es Zeitverlust“, erklärt Bereichsleiter Erich Paap. Das kann der neue Vollautomat  ohne Verzögerung. Bis zu 3.000 verschiedene Artikel laufen über die neue Linie. Reinhold Gebert überwacht den Prozess, kontrolliert, dokumentiert und gibt das Produkt schließlich für den Kunden frei – er ist jetzt Herr der Ringe.

Poppe und Co. rüstet mächtig auf. Noch im Herbst kommt die zweite Anlage. Damit geht das Unternehmen seinen Weg weiter und baut die Fertigung komplett zu einer hochmodernen Fabrik aus.

Nur wenige hundert Meter entfernt von der historischen Unternehmenszentrale liegt das sogenannte „Werk II“ von Poppe und Co.

Wer es besucht, sollte gut zu Fuß sein. Gut 60 Meter lang sind die Fertigungsanlagen. Bereichsleiter Oliver Heine wünscht sich oftmals gern ein Fahrrad, um vom Anfang ans Ende zu gelangen.

Seit Teile von Produktion und Vertrieb eng mit der Unternehmensschwester Veritas verschmolzen sind, ist der Ausstoß mehr als 50 Prozent gewachsen. Poppe und Veritas nutzen Kompetenzen und schaffen so Synergien – eine berühmte „win-win-Situation“ für beide.  

Zeitarbeit fürs Wachstum

Karosserieprofile werden jetzt im Werk II von Poppe in Gießen gefertigt. Jedes Fahrzeug  der  C-Klasse  von  Mercedes fährt beispielsweise mit Trennwanddichtungen im Motorraum aus Gießen. 

Die Zahl der Mitarbeiter ist allein in diesem Bereich von einst 60 (im Jahr 2006) auf heute 150 geklettert. „Das wäre ohne Zeitarbeitskräfte nicht möglich gewesen“, sagt Personalleiter Jörg Reschke.

Feste Anstellung

Kritikern der Zeitarbeit stellt Reschke gern den Facharbeiter Alexander Groß vor. Der 33-jährige gelernte Kommunikations-Elektroniker ist über eine Zeitarbeitsfirma zu Poppe und Co. gekommen. „Heute ist er Teamleiter und längst fest angestellt“, erzählt Heine. Er hat die Chance genutzt.

Teamleiter Groß, Vater einer Tochter, setzt auf seinen neuen Arbeitgeber: „Man sieht, dass hier einiges bewegt wird. Klar, dass ich hier bleiben will.“

Werner Fricke

 

Info: Poppe GmbH und Co. KG

Das Unternehmen ist Tochter der Poppe-Veritas Holding GmbH. Sitz des Konzerns mit Produktion (zwei Werke), Verwaltung und Kerntechnologie ist Gießen mit 460 Mitarbeitern. Zur Poppe GmbH und Co. KG gehören die Globus Gummiwerke GmbH, Paul Schollain GmbH und die Ostsächsische Gummiwerke Polenz GmbH. Insgesamt beschäftigen diese Betriebe 781 Mitarbeiter.

Poppe ist auf vielen Produktfeldern zu Hause – im Auto und in der Industrie. Zum einen Elastomerprofile und Schläuche für Autos, zum anderen Gummiprofile und Schläuche für die industrielle Anwendung.

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