Hidden Champions

Mal eben tausend Teller spülen?


Das Unternehmen Hobart ist Weltmarktführer für gewerbliche Spültechnik

Offenburg. Mittagszeit in dem großen Betriebsrestaurant eines renommierten Automobil-Herstellers: In kurzer Zeit landen dort Tausende schmutzige Teller, Gläser und Bestecksätze auf dem Rückgabeband. Wer das alles wegräumt und spült?

Das Küchenpersonal hat ordentlich Unterstützung: Ein Abhebemagnet separiert das Besteck und befördert es in die dafür vorgesehene Spülmaschine, auch die Tabletts werden automatisch in die richtige Anlage transportiert. Nur Teller, Gläser und Schalen werden noch per Hand eingeräumt.

Dieses Spülsystem stammt aus dem Schwarzwald. In Offenburg hat Hersteller Hobart seinen Hauptsitz. Das Erfolgsrezept des Unternehmens: Innovation.

Letztes Jahr hat Hobart zum Beispiel eine Spülmaschinen-Linie auf den Markt gebracht, die bis zu 50 Prozent weniger Wasser verbraucht. Das macht bei einer Bandspülmaschine pro Stunde bis zu 180 Liter aus!

Innovationspreise eingeheimst

Ein niedriger Verbrauch ist genau das, was viele Käufer sich wünschen. Das hat der Hersteller per Marktforschung ermittelt. Marketing-Leiter David Reinhart: „62 Prozent der Kunden sagten, sie würden eine neue Maschine kaufen, wenn die Betriebskosten signifikant sinken.“

Das haben die Hobart-Ingenieure erreicht, indem sie jedes Detail unter die Lupe nahmen: Welche Form muss ein Wassertropfen haben, damit möglichst viel Energie in das Spülgut übertragen wird? Wie ist die Düsen-Geometrie optimal? Als die „Premax“-Serie nach fünf Jahren Entwicklungsarbeit auf den Markt kam, heimste sie mehrere Innovationspreise ein. Mehr als 100 Patente hatte Hobart dafür angemeldet. „So einen großen Schritt in Sachen Energiesparen hat es in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben“, sagt Reinhart.

Die neuen Geräte sparen nicht nur Wasser, sie kommen auch mit bis zu 30 Prozent weniger Energie und bis zu 80 Prozent weniger Chemie aus.

Der Einsatz der Premax-Technologie bei allen Spülmaschinen in Europa würde pro Jahr so viel Energie und Wasser einsparen, wie eine Großstadt mit 500.000 Einwohnern verbraucht.

Vision: Spülen ganz ohne Wasser

Für den Weltmarktführer ist das nur ein Meilenstein. „Unsere Vision ist die vom Spülen ohne Wasser“, so Geschäftsführer Ralf Hübner. Utopisch findet er das nicht: Vor kurzem habe man sich ja auch nicht vorstellen können, die Hälfte Wasser zu sparen. Jährlich fließen in Offenburg 10 Millionen Euro an Investitionen vor allem in die Entwicklung.

Jüngst hat Hobart den bisher größten Auftrag an Land gezogen: für eine Riesen-Spülanlage am neuen Flughafen im arabischen Doha. Sie spült täglich das Geschirr von bis zu 82.000 Passagieren.

Barbara Auer

 

Info: Hobart GmbH

Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland 890 Mitarbeiter und stellt hauptsächlich Spülmaschinen für gewerbliche Küchen her – zum Beispiel Restaurants, Kantinen, Krankenhaus- und Schiffsküchen. Jährlich verlassen über 14.000 Spülmaschinen das Werk. Hobart hat weltweit 6.750 Beschäftigte und gehört zum Konzern Illinois Tool Works.

www.hobart.de

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang