Mikrofon-Technik

Madonnas Stimme kraftvoll und glockenklar


Sennheiser festigt mit einer Neuentwicklung die Spitzenstellung

Wedemark. Das gibt eine Revolution auf den Bühnen dieser Welt. Das neue digitale Funkmikrofon von Sennheiser wird ohne Datenkompression die Stimmen von Madonna, den Scorpions oder Herbert Grönemeyer in Mischpulte, Verstärker und Soundbearbeitungsanlagen übertragen.

Klarer, rauschfreier Ton und eine große Reichweite sind die Vorteile der digitalen Wunderdinger aus Wedemark.

15 Jahre Entwicklungszeit und mehr als 20 Millionen Euro stecken in dieser Entwicklung. Das Unternehmen Sennheiser steht bei der Mikrofon-Technik weiter an der Weltspitze. Um Nachbauten zu verhindern, ist das digitale Mikrofonsystem durch internationale Patente ge­schützt.

Unverfälschtes Tonsignal

Argwöhnisch beobachtet von den „Goldenen Ohren“ der Tonmeister müssen die drahtlosen Digitalos jetzt beweisen, dass sie mindestens so gut sind wie ihre analogen Vorgänger. „Das geht nur ohne Datenkompression“, erklärt Firmen-Chef Professor Jörg Sennheiser. „Denn die ist nicht nur hörbar, sondern ,verstümmelt’ auch den Originalklang. Und was an Aufnahmequalität einmal verlorengegangen ist, das lässt sich nicht nachträglich zurückholen. Das Tonsignal muss unverfälscht mit aller Dynamik zur Verfügung stehen.“

 

Hinter dem Produkt steckt ein langer Erkenntnisprozess. Sennheiser: „In der Entwicklungszeit mussten wir viele Ansätze wegen zu geringer Audio-Qualität verwerfen.“ Doch jede weitere Überlegung machte den Weg frei für Verbesserungen.

Sennheisers Firmen-Philo­sophie: „Nur das Beste ist unser Ziel.“ Rund 2.000 Mitarbeiter in über 90 Ländern arbeiten ge­meinsam daran. Bahnbrechende Ideen si­chern die weltweite Marktführerschaft. Beispiele gefällig? Die Erfindung des Richtrohrmikrofons in den 50er-Jahren, der offene Kopfhörer zehn Jahre später, die Infrarot-Übertragungstechnik in den 70ern, dann die genialen Neuerungen bei der Multikanal-Drahtlosübertragung. Surround-Sys­teme standen im Mittelpunkt der 90er-Jahre, gefolgt von intelligenten Audiosystemen.

Vorserie in der Erprobung

Sennheiser: „Eine wichtige Voraussetzung für alle Neuentwicklungen ist, dass wir den Mitarbeitern viel Spielraum für Kreativität lassen.“

Die Vorserie des neuen Digitalsystems befindet sich derzeit bei den wichtigsten Kunden zur Erprobung. Der Firmen-Chef: „Sobald die grünes Licht geben, geht das System in Serie.“ Dann steigt die Revolution auf den Bühnen dieser Welt.

Werner Fricke

 

Bis an die Grenze: Gerrit Buhe – Hobby als Beruf

Der Mann hinter der Innovation ist Gerrit Buhe. Als der 37-Jährige vor knapp sieben Jahren zu Sennheiser electronic von München in die Wedemark vor den Toren Hannovers kam, hatte sein Forscherdrang nur ein Ziel: das digitale Funkmikrofon.

„Das empfand ich natürlich als eine unglaublich reizvolle Aufgabe“, so Buhe. Wer bei Sennheiser mit dem „Leiter Entwicklung Professionelle HF-Systeme“ – so Buhes offizieller Titel – spricht, spürt sein Engagement: Hier hat ein Mann sein Hobby zum Beruf ge­macht. „Nachrichtentechnik ist eben meine große Leidenschaft“, sagt er.

Buhe ist fasziniert davon, manchmal bis an die Grenze des physikalisch Machbaren zu gehen. Und am Ende kommt dabei der naturgetreue Klang heraus – wie jetzt beim digitalen Funk-Mikro.

Buhe und sein Chef Jörg Sennheiser wurden mit dieser Innovation für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. „Klar, das ist natürlich eine große Auszeichnung“, sagt Buhe.

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