Küchengeräte

„Made in Germany“ kommt auch in Übersee gut an


Gröbenzell. Ein Unternehmen mit einem solchen Service ist eine Rarität: „Etwa 50 Kunden pro Monat schauen in unserer Kundendienst-Werkstatt vorbei“, berichtet Rainer Brunold, Qualitäts- und Kundendienstleiter der Ritterwerk GmbH in Gröbenzell bei München. „Und den meisten helfen wir innerhalb von 20 Minuten.“ Viele haben das Produkt im Gepäck, das das Unternehmens schon seit 81 Jahren produziert: den „Allesschneider“.

Das Küchengerät bot Firmengründer Franz Ritter das erste Mal 1932 mit Handkurbel an, 1968 folgte der elektrische Antrieb. Und einige Maschinen laufen auch noch nach Jahrzehnten. Abgenutzte Verschleißteile sind schnell ausgetauscht. Doch das geht nur mit viel Erfahrung.

Die hat das Traditionsunternehmen mit 80 Mitarbeitern reichlich: Viele sind schon Jahrzehnte am einzigen Firmenstandort im bayerischen Oberland beschäftigt.

Die Küchengeräte gibt es im Fachhandel als Einbaugerät oder freistehend. Der Allesschneider ist ein Nischenprodukt im doppelten Sinne: Der Markt für diese Geräte ist klein – von 2000 bis 2005 ist sein Volumen von 63 auf 42 Millionen Euro in Deutschland weiter geschrumpft. Seitdem ist dieser Markt aber stabil.

Neue Produkte im Bauhaus-Look ohne Schnörkel

Wie man schneidet, so isst man – und an den Essgewohnheiten hat sich viel verändert, stellt der Geschäftsführer Michael Schüller fest: „Heute kaufen die meisten Leute abgepackten Käse und Brot in Scheiben. Das lässt sich mit frisch geschnittenen Lebensmitteln nicht vergleichen.“

Aber weil sich über Geschmack streiten lässt, hat das Unternehmen 2009 sein Sortiment um Wasserkocher und Toaster erweitert – schnörkellos und am Bauhaus-Design orientiert. Die Neuheiten hat der Geschäftsführer im Oktober 2012 erste Mal auf einer Messe in China vorgestellt.

Ein Produkt von Ritterwerk hat bereits treue Kunden in Asien. „Wir verkaufen jedes Jahr mehr als 100.000 Sparschäler nach Japan“, erzählt Schüller. Dort ist die bewegliche Spezialklinge aus Edelstahl, eine Ritter-Erfindung, sehr beliebt. Das Siegel „made in Germany“ spricht qualitätsorientierte Konsumenten nicht nur in Übersee an, die auch bereit sind, höhere Preise zu zahlen.

Die kommen dadurch zustande, dass der Mittelständler fast alles selbst macht: vom Entwickeln und Erstellen der Spritz- und Druckgussformen bis zur Vor- und Endmontage. Die übrigen Teile stammen meist von Zulieferern aus der Umgebung.

Erfahrung und Präzision beweisen die Ritter-Mitarbeiter unter anderem bei den Kunststoffteilen: Damit sich diese vom Metall nicht merklich unterscheiden, lackieren sie diese in einem speziellen Farbton – dem „Rittersilber“.

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