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„Made in Burgbrohl“ ist gefragt


Bis die Funken sprühen: Ein Arbeiter schleift Stahl ab. Foto: fotolia

Deutschlands größter Schleifscheiben-Hersteller Rhodius baut seine Produktion aus

Burgbrohl. Große Hersteller vermutet man in Metropolen oder Industrieparks – nicht in Burgbrohl. Doch genau in der 3.000-Einwohner-Gemeinde bei Ahrweiler sitzt Deutschlands größter Schleifscheiben-Hersteller: Rhodius.

Der Mittelständler zählt auch europaweit zu den führenden Produzenten. Insgesamt 85 Millionen Schleifscheiben verkauft er derzeit im Jahr, zwei Drittel werden in alle Welt exportiert.

60 Millionen Scheiben zusätzlich

Das Herz des Betriebs schlägt jedoch in Rheinland-Pfalz. „Burgbrohl ist seit 55 Jahren Stammsitz“, sagt Geschäftsführer Gerald Lichter. Daran werde nicht gerüttelt. Hier findet die Fertigung statt, von der Herstellung bis hin zur Verpackung. „Wir haben eigene, einzigartige Verfahrenstechniken und Maschinen entwickelt sowie die Infrastruktur ausgebaut“, so Lichter. Der hohe Automatisierungsgrad ermöglicht es, den Stammsitz in Burgbrohl zu halten.

Kürzlich investierte das Unternehmen 1,2 Millionen Euro in eine neue Fertigungshalle eigens für extradünne Trennscheiben – die 1,9 Millimeter breite Spezialität aus Burgbrohl. Sie schaffen 13.000 Umdrehungen pro Minute. Gut 17 Millionen zusätzliche Scheiben dieser Art verlassen dieses Jahr das Werk.

Das Gesamtvolumen liegt bei 60 Millionen Stück, bis 2014 sollen es 120 Millionen sein. 30 neue Arbeitsplätze entstehen. Mit dem Ausbau reagiert Rhodius auf die steigende Nachfrage, besonders in Asien und Südamerika. „Werkzeuge ‚made in Burgbrohl‘ sind gefragt“, sagt Lichter. In den letzten zehn Jahren stieg der Absatz kontinuierlich zwischen 3 und 8 Prozent.

Scharfe Körner sorgen für Schliff

Schleifscheiben für Winkelschleifer werden hauptsächlich in der Stahl-Industrie eingesetzt, sei es im Schiff- und Rohrleitungsbau oder in Gießereien.

Während Schruppscheiben Oberflächen schleifen, schneiden Trennscheiben Metall und Stein. Die Scheiben bestehen aus speziellem Kunststoff (Bakelite) sowie aus Glasfasern zur Verstärkung und scharfkantigen Schleifkörnern. Diese bilden das eigentliche Schleifmittel. Der Trick: Je dünner die Scheibe, desto weniger Kraft braucht der Arbeiter.

 

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