Medizin zum Einatmen

Macht die Atemwege frei: Heilsamer Nebel aus dem Inhalator

Starnberg. Husten, Niesen, Kratzen im Hals: Der Herbst ist Erkältungszeit. Hochsaison für Pari in Starnberg, einen Hersteller von Inhalationsgeräten. „Erkältungen sind die häufigsten Infektionen hierzulande“, sagt Jürgen Müller, Geschäftsführer der Medizintechnik-Firma. Erwachsene erwischt es im Schnitt zwei- bis dreimal im Jahr.

Pari entwickelt und fertigt Geräte, mit denen vor allem chronische Krankheiten der Atemwege gelindert werden – von der Nase bis zu den Lungenbläschen. Salzlösungen und Medikamente werden einfach eingeatmet. Der Vorteil: Anders als Tropfen oder Tabletten, die über den Magen ins Blut gelangen, wird die Arznei direkt über die Lunge aufgenommen. Sie wirkt genau dort, wo es nötig ist.

„So kann der Wirkstoff geringer dosiert werden“, sagt Müller, „das ist schonender für den Patienten.“ Die Inhalatoren, auch Düsenvernebler genannt, werden an die Patienten immer besser angepasst: Spezielle Aufsätze erzeugen etwa winzige Tröpfchen für die engen Atemwege von Kleinkindern. Und mit dem „Baby-Winkel“ können die Kleinsten auch im Liegen inhalieren.

Größere Tröpfchen helfen gegen Krupphusten und Rachenentzündung. Und Entzündungen der Nasennebenhöhlen heilt ein pulsierender Luftstrom, der den Salznebel weit hinein in die Atemwege transportiert.

Der Druck zum Zerstäuben der Lösung wird in Kompressoren erzeugt. Dabei scheiden sogenannte Prallplättchen allzu große Tröpfchen ab. Die kleineren Tröpfchen strömen ins Mundstück und werden eingeatmet.

Geräte mit dem leise brummenden Kompressor machen das Hauptgeschäft von Pari aus. Seit etwa zwei Jahren sind zudem geräuschlose Inhalatoren auf dem Markt. Dafür hat die Firma die „E-flow-Technik“ entwickelt: Dank Elektronik sind diese Geräte noch wirksamer und schneller.

Das ist vor allem für chronisch Kranke gut, die öfter am Tag inhalieren müssen – etwa Allergiker und Asthmatiker. Oder Patienten mit verengten Atemwegen, zum Beispiel als Folge des Rauchens. Daran leiden geschätzt allein in Deutschland fast sieben Millionen Menschen.

Die Medikamente werden durch superfeine Öffnungen einer Membran gepresst

Tausende von winzigen Öffnungen sitzen in den Inhalatoren auf einer Membran, einer durchlässigen Metallscheibe von der Größe einer Zehn-Cent-Münze. Gerade mal einen millionstel Meter Durchmesser hat jedes der von Lasern erzeugten Löchlein.

Elektronische Signale versetzen die Membran in Schwingung. Die so entstehenden Druckschwankungen pressen die Medikamentenlösung durch feine Düsen. So bilden sich winzige Tröpfchen, die tief in die Lunge vordringen.


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