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Berufsorientierung mobil

M+E-InfoTruck wirbt seit 30 Jahren für die Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie

Sie sind vollgepackt mit Technik und Experimenten: Die InfoTrucks der Metall- und Elektro-Industrie besuchen seit drei Jahrzehnten Schulen und Betriebe und zeigen Jugendlichen die Berufe in der M+E-Industrie.

Hightech: An den Versuchsstationen darf man gucken, drücken, einfach alles ausprobieren. Foto: Tuler

Hightech: An den Versuchsstationen darf man gucken, drücken, einfach alles ausprobieren. Foto: Tuler

Mini-Förderband: Es macht Technik anschaulich. Foto: Tuler

Mini-Förderband: Es macht Technik anschaulich. Foto: Tuler

Pneumatik: Die Schüler können damit experimentieren. Foto: Tuler

Pneumatik: Die Schüler können damit experimentieren. Foto: Tuler

Aufzugsteuerung: Mädchen beim Programmieren. Foto: Tuler

Aufzugsteuerung: Mädchen beim Programmieren. Foto: Tuler

Werkstück: Das Klassenlogo prangt auf dem gerade selbst bearbeiteten Metallplättchen. Foto: Tuler

Werkstück: Das Klassenlogo prangt auf dem gerade selbst bearbeiteten Metallplättchen. Foto: Tuler

Einblick: Ausbilder Romeo Perisic stellt das Unternehmen Leistritz vor. Foto: Tuler

Einblick: Ausbilder Romeo Perisic stellt das Unternehmen Leistritz vor. Foto: Tuler

2018: Die jüngste Generation rollt im vierten Jahr. Auf 80 Quadratmetern enthält der Truck moderne Multimedia-Technik. Foto: IW Medien

2018: Die jüngste Generation rollt im vierten Jahr. Auf 80 Quadratmetern enthält der Truck moderne Multimedia-Technik. Foto: IW Medien

2004: Truck statt Bus. Die bayerischen Metall- und ­Elektroarbeitgeberverbände setzen erstmals ­einen Lkw ein. Er wurde mehrmals umgebaut. Foto: IW Medien

2004: Truck statt Bus. Die bayerischen Metall- und ­Elektroarbeitgeberverbände setzen erstmals ­einen Lkw ein. Er wurde mehrmals umgebaut. Foto: IW Medien

1988: Das erste InfoMobil. In einem umgebautenGelenkbus startete die Kampagne. Anlass für das Angebot: Die Metallberufe wurden neu geordnet. Foto: Tuler

1988: Das erste InfoMobil. In einem umgebautenGelenkbus startete die Kampagne. Anlass für das Angebot: Die Metallberufe wurden neu geordnet. Foto: Tuler

Nürnberg. DIN-Normen? Klar, die kennen die jungen Leute von ihren Schulheften. Und Koordinaten? Die nutzt man auf Kästchenpapier beim Spiel „Schiffe versenken“. Und beides braucht man zum Beispiel auch – zum Programmieren von modernen Fräsmaschinen! Das haben die Neuntklässler vom Mittelschulzweig der Insel-Schütt-Schule heute ganz schnell begriffen.

Im Rahmen ihres Berufskundeunterrichts besuchen die Nürnberger den M+E-InfoTruck, ein mobiles Informationsangebot der Metallarbeitgeberverbände. Dabei erfahren sie jede Menge über die Ausbildungsmöglichkeiten in der Metall- und Elektroindustrie.

Der InfoTruck rollt zu Schulen, Messen und Betrieben

Fachkräftesicherung ist das Ziel, „Technik live erleben“ das Motto der Berufsinformationskampagne, die in diesem Jahr Jubiläum feiert: Seit 30 Jahren sind große Info-Fahrzeuge für Deutschlands wichtigsten Industriezweig auf Tour. Aktuell gibt es zehn doppelstöckige InfoTrucks, die mit Maschinen, Experimenten und Multimediatechnik vollgepackt sind. Drei dieser Riesenbrummis (440 PS!) fahren durch Bayern, wo sie Schulen, Messen und Mitgliedsbetriebe der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände besuchen. So wie gerade das Maschinenbauunternehmen Leistritz in Nürnberg – einer von vielen Stopps im Jubiläumsjahr.

Türen auf, alle erst mal rein. Kurze Erklärung vom Betreuerteam – schon geht’s los mit Entdecken. „Einfach alles ausprobieren!“, rät Lehrerin Cornelia Koch-Reinisch, die unter anderem Arbeit-Wirtschaft-Technik unterrichtet und die Klasse begleitet.

Hier kann man sogar eine Aufzugsteuerung programmieren

In der unteren Etage warten mehrere Stationen. Erst Stecker sortieren? Seltsam geformte Anschlüsse müssen in die jeweils passende Buchse. Oder lieber eine Steuerung für den Mini-Aufzug basteln? Die muss so eingestellt werden, dass die Kabine erst losfährt, wenn die Tür geschlossen ist.

„Cool“ findet das Daniel (15), der Programmieren mag. Ein Praktikum hat er schon gemacht, beim Zahnarzt. In einem M+E-Betrieb war er aber noch nie: „Ich bin gespannt, was die da so machen“, sagt er und freut sich schon auf die anschließende Tour durch das Leistritz-Werk. Wer will elektrische Schaltungen aufbauen? Die Finger schnellen hoch, das kennt die Klasse aus dem Technikunterricht. Ausgebreitet auf dem Tisch liegen Schaltpläne, es gilt, Verbindungen so zusammenzusetzen, das alles passt und ein Lämpchen leuchtet.

Ein Bildschirmtisch mit einer virtuellen Autofabrik

Etwas anspruchsvoller ist die Arbeit an der CNC-Maschine. Leon (15) will damit das Klassenlogo auf eine Metallplatte fräsen. Mit Schulkameradin Hanna und InfoTruck-Betreuer Wolf-Dieter Bieler gibt er die Befehle ein. „Gar nicht so leicht“, sagt Leon. Nach ein paar Versuchen klappt’s.

Ein Stockwerk höher steht der große „Multitouchtable“, ein Bildschirmtisch mit virtueller Autofabrik. Hier lernen die Schüler viele Arbeitsplätze kennen, rühren etwa virtuell Farben in der Lackiererei an oder sehen, wie in der Endmontage ein Fahrzeug entsteht.

Zum Abschluss stellt Romeo Perisic, Ausbilder bei Leistritz, die Firma und ihre Produkte vor: Turbinen-, Pumpen-, Extrusions- und Produktionstechnik. Mathe und Deutsch müsse jeder Azubi können, auch Englisch brauche man im international ausgerichteten Unternehmen. „Und es schadet nicht, ein bisschen was von Wirtschaft zu verstehen.“

Datenbank zeigt freie Plätze für Ausbildung und Praktikum

Und damit machen sich die Schüler auf den Heimweg. Ihr letzter Blick fällt auf den multimedialen „BerufeScout“: In dieser Datenbank, die man auch von Zuhause abrufen kann, finden sich freie Ausbildungs- oder Praktikumsplätze in der Region.

me-vermitteln.de  


Eine Erfolgsgeschichte auf Rädern

  • Seit 1988 touren große Info-Fahrzeuge der Metall- und Elektroindustrie (M+E) durch Deutschland. Anfangs machte die Kampagne vor allem die damalige Neuordnung der M+E-Berufe bekannt.
  • In den ersten drei Jahrzehnten kamen die InfoMobile und InfoTrucks auf insgesamt 440.000 Einsatzstunden, sie legten drei Millionen Kilometer zurück. Mit großem Echo: Rund 6,5 Millionen Besucher kamen!
  • In Bayern informieren aktuell drei InfoTrucks über die Berufsmöglichkeiten in der Branche.
  • Auf je zwei Etagen mit 80 Quadratmeter Präsentationsfläche stehen aktuelle Multimedia-Anwendungen und Stationen zum Experimentieren bereit.
  • An typischen Arbeitsplätzen lernen die Jugendlichen technische Zusammenhänge kennen. Sie werden von einem Beraterteam begleitet, oft unterstützt von Ausbildern und Azubis der örtlichen Betriebe.

Interview

„Der Beruf sollte Spaß machen!“

Nürnberg. Berufsorientierung ohne lange Vorträge, ganz praktisch, an der Maschine: Da hat Wolf-Dieter Bieler jede Menge Erfahrung. Der Elektromeister ist altgedienter Berater im M+E-InfoTruck, er hat schon Tausende Schüler informiert.

Sie sind seit Beginn der Kampagne dabei. Wie war das damals?

Am Anfang sind wir in vier umgebauten Gelenkbussen durch die Lande getourt und haben die Besucher über die Karrieremöglichkeiten in der Metall- und Elektro­industrie informiert. Die Aufgabe ist geblieben – aber jetzt sind wir schon mit der dritten Version der Fahrzeuge unterwegs, die technisch viel anspruchsvoller ist.

Also hat sich gar nicht so viel geändert?

Berufsberatung ist heute so wichig wie damals. Auch in den 90er Jahren gab es insgesamt zu wenig Bewerber für eine Ausbildung im technisch-gewerblichen Bereich. Heute ist die Nachwuchssuche für die Betriebe sogar noch drängender, die Zahl der Schulabgänger sinkt ja seit Jahren.

Was bringt ein Besuch im ­InfoTruck den Kindern?

An den Versuchsstationen können die Schülerinnen und Schüler jede Menge moderner Technik live erleben. Beim Ausprobieren merken sie dann recht schnell, ob ein technischer Beruf was für sie wäre. Und nebenbei erfahren sie eine Menge über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im größten Industriezweig.

Was raten Sie persönlich den Jugendlichen?

Wer auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, sollte sich gut umschauen – sich aber auch ruhig etwas zutrauen. Der Beruf, den man sich als junger Mensch aussucht, sollte Spaß machen! Schließlich will man später gern zur Arbeit gehen.

Wie stehen die Chancen für weibliche Bewerber?

Für viele Tätigkeiten in der Industrie braucht man nicht nur technisches Verständnis, sondern auch geschickte Hände. Da haben Mädchen vielleicht sogar die Nase vorne …

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