Neue Werkstoffe

„Los, hau drauf!“


Wander-Ausstellung wirbt für Naturwissenschaft

Heidelberg. „Los, hau drauf!“, feuern die Kumpel Omar (12) an. Der holt kräftig mit dem Hammer aus – und schlägt voller Wucht auf eine Fensterscheibe. Bummm!

Hinter dem Kraftakt verbirgt sich wissenschaftliche Neugier: Lässt sich Sicherheitsglas so zerstören? Der Hieb hinterlässt beim Hightech-Produkt aus Polycarbonat keinen bleibenden Eindruck. Bei Omar und seinen Freunden dagegen schon: „So setzen sich Jugendliche mit neuen Werkstoffen auseinander“, erklärt Petra Mohr, Leiterin der interaktiven Ausstellung „Explo“ in Heidelberg.

Die Sonderschau „expedition materia“ zeigt, was innovative Werkstoffe können: Sie liefern umweltfreundliche Energie aus Brennstoffzellen. Leiten Strom durch Kunststoff. Oder bringen Keramik dazu, sich wie Schnee zu verhalten: „Damit kann man im Sommer auf der Skischanze trainieren“, erklärt Dominik (13) und schiebt einen Ski auf der künstlichen Spur entlang. „Macht Spaß hier“, findet er.

Der Meinung ist auch Klassenkamerad Roy (12). Er spielt voll konzentriert Fußball – mit einem Wassertropfen! Möglich macht’s ein raffiniertes Demo-Gerät für Nano-Oberflächen. „Schule ist lange nicht so toll“, kommentiert Roy, „da muss man ja lernen ...“

Spaß haben und was lernen

Genau das machen die Mädchen und Jungen der Tulla Realschule aus Mannheim in der Ausstellung. Nur merken sie es kaum vor Begeisterung: Sie zerdrücken Plastikflaschen und spüren den starken Widerstand einer Wabenstruktur im Vergleich zur glatten Fläche. Oder sitzen vergnügt auf einem Betonklotz, der von innen her leuchtet.

„Manche haben hier einfach  Spaß. Andere fangen an, sich ernsthaft für die Hintergründe zu interessieren. Das ist wichtig“, sagt ihre Lehrerin Astrid Gottermeier.

Dieses Ziel verfolgt auch der Initiator der Ausstellung, das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Denn neue Werkstoffe sind für künftige Produkte wichtig: Flugzeuge der nächsten Generation, neue Handys, Medizintechnik.

 „Vielleicht geben wir hier den nötigen kleinen Schubs, um die Jugend für chemische und technische Berufe zu interessieren“, hofft Ausstellungs-Leiterin Mohr. Deutschland braucht den naturwissenschaftlichen Nachwuchs dringend.

Zuhat (12), der geschickt auf Hightech-Prothesen aus Carbonfaser-Verbundstoffen balanciert, findet es jedenfalls spannend: „Ich hätte nie gedacht, dass man damit so gut laufen kann“, sagt er. Bis ihn die Materialbeschaffenheit der künstlichen Füße interessiert, ist es vielleicht nur noch ein kleiner Schritt.&nb

Info: Tourdaten

Lust auf einen interessanten Erlebnis-Ausflug ins Thema „innovative Werkstoffe“? Dann nichts wie los: Die Ausstellung „expedition materia“ tourt jetzt durch Deutschland. Die nächsten Stationen sind Dresden (April), Darmstadt (Mai), Göttingen (Juni/Juli), Pirmasens (August/September), Cottbus (Oktober)  und Mainz (November/Dezember).

www.expedition-materia.de

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