Spezialwissen gefragt

Liebherr Verzahntechnik setzt verschiedene Dienstleister ein


Ein Job für Stammkräfte: Montage eines Automationsbands bei Liebherr Verzahntechnik. Foto: Puchner

Kempten. Russland, China oder Südkorea: In vielen Ländern wird mit Liebherr-Werkzeugmaschinen aus dem Allgäu gearbeitet. Die Übersetzung der Bedienhandbücher in die jeweilige Sprache erledigen Dolmetscherbüros – per Werkvertrag im Auftrag der Liebherr Verzahntechnik GmbH in Kempten.

„Wir könnten das ja gar nicht selbst machen“, sagt Geschäftsführer Friedrich Hesemann. Ebenso kocht in der Kantine ein Dienstleister, ein anderer reinigt die Büros. Auch das Schneeräumen auf dem Parkplatz und dem Betriebsgelände, Gartenarbeiten: alles Aufgaben, für die Liebherr Verzahntechnik Werkverträge vergibt.

„Den Großteil unserer aktuell rund 300 Werkverträge haben wir allerdings mit Ingenieurbüros abgeschlossen“, berichtet Hesemann. Dabei geht es vor allem um ganz besondere Aufgaben.

Klaus Lingenhöl, Konstruktionsleiter für die Automationssysteme von Liebherr Verzahntechnik, nennt als Beispiel eine Spezial-Software. Die sorgt mit Sensor-Systemen dafür, dass die Lage von Werkstücken in einer großen Teilekiste erkannt wird. „Das ist eine ganz andere Art von Software verglichen mit der, die wir selbst entwickeln“, erklärt Lingenhöl. „Deshalb kaufen wir die zu.“

Genauso wie „Reinigungsstationen“ in automatisierten Fertigungsanlagen. Die entfernen von Werkstücken zum Beispiel Metallspäne. „Für die eigene Produktion solcher Stationen fehlen uns notwendiges Wissen und Erfahrung“, sagt Lingenhöl. Spezialfirmen konstruieren und fertigen sie deshalb für Liebherr.

960 Stammkräfte sind an dem Standort beschäftigt

„Diese Arbeitsteilung ermöglicht es uns, dass wir uns auf die Kernkompetenzen konzentrieren können“, betont Geschäftsführer Hesemann. Rund 960 Stammkräfte sind im Kemptner Werk aktuell beschäftigt. Hinzu kommen etwa 90 Zeitarbeiter. „Mit ihnen können wir flexibel auf Konjunktur-Schwankungen in unseren Auftragsbüchern reagieren“, so Hesemann.

Übrigens: Damit Werkverträge immer korrekt ausgeführt werden, hat Liebherr einen Fragebogen entworfen. Nur wenn alle Punkte geklärt sind – von der detaillierten Aufgabenbeschreibung bis zu den Haftungsrisiken – kommt es zum Geschäft.

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