Werbung für MINT-Nachwuchs

Liebe, Intrige und Wissenschaft: Erste Sience-Soap soll junge Frauen für Technik begeistern

Am Set: Die Handlung spielt in der Robben­aufzucht-Station am Ostseestrand und in Labors und Instituten der Uni Rostock. Foto: Ehrig

Rostock. Anfang Dezember ist es so weit: Dann startet Deutschlands erste Wissenschafts-Soap „Sturm des Wissens“ im Internet. Eine Seifenoper mit Liebe, Intrigen und Katastrophen. Sie spielt mitten im Lehr- und Forschungsbetrieb der Rostocker Universität. Auf sturm-des-wissens.de werden zunächst fünf Folgen zu sehen sein.

„Wir wollen damit junge Frauen dazu anregen, über ein Studium der Natur- oder Technikwissenschaften nachzudenken“, sagt Professor Uwe Freiherr von Lukas vom Fraunhofer-Institut für graphische Datenverarbeitung in Rostock. Er hatte die Idee zu der Soap.

Werben fürs Studium, auch auf so unkonventionelle Art – das scheint dringend nötig. Denn in den Unternehmen wird der Ingenieursnachswuchs knapp. Doch trotz guter Jobaussichten meiden vor allem junge Frauen die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Zwar hat sich seit dem Jahr 2001 die Anzahl der Absolventinnen mehr als verdoppelt. Doch zehn Jahre später, 2011, kamen auf 70.000 neue männliche MINT-Akademiker gerade mal 16.000 weibliche. Dabei werben bundesweit nicht weniger als 260 Initiativen um die Gunst der jungen Frauen.

Mit dabei: Die Karriere-Studentin, der Bösewicht, der Herzensbrecher

Die Rostocker Science-Soap spricht Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren an. Für sie mimen sieben Jung-Schauspieler große Gefühle in der Robbenaufzucht-Station am Ostseestrand oder im Institut für Physik der Uni. Mit dabei: die Karriere-Studentin, der Bösewicht, der Herzensbrecher. Bei der Berufswahl im wahren Leben allerdings agieren Frauen eher nüchtern.

Oliver Koppel, MINT-Experte am Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW): „Sie gehen logisch vor und wählen aus, welches Studium zu ihren Zukunftsplänen passt.“ Das sei etwa ein Lehramtsstudium. Es ermöglicht ein sicheres Gehalt, Rückkehr- und Jobgarantie in Teilzeit nach der Babypause. Karriere ist da eher zweitrangig.

Daran können nur weibliche Vorbilder etwas ändern. Wie Sylvia Speller. Sie ist Physikerin und hat die Soap-Dreharbeiten verfolgt: „Von diesem Studium hatten mir meine Eltern eigentlich abgeraten“, sagt die 47-Jährige. Doch sie zog das durch. Heute ist sie Professorin für Ober- und Grenzflächenphysik in Rostock.


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