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45 Millionen für Leuna

Leuna-Harze erweitert seine Produktion auf 70.000 Tonnen Epoxidharz

Der Energiehunger der Welt treibt den Ausbau der Windkraft an – und damit die Nachfrage nach Rotoren. Die bestehen zu einem großen Teil aus Epoxidharz. Das Material kommt von Leuna-Harze aus Schkopau.

Versiert: Die 26-jährige Chemikantin Sophie Horschig zieht eine Probe. Foto: Sturm

Versiert: Die 26-jährige Chemikantin Sophie Horschig zieht eine Probe. Foto: Sturm

Windmacher: Rotorblätter bestehen zu 40 Prozent aus Kunstharz. Foto: Adobe Stock

Windmacher: Rotorblätter bestehen zu 40 Prozent aus Kunstharz. Foto: Adobe Stock

Leuna. Heute steht Sophie Horschig im Rampenlicht: Während die Chemikantin an der Kunstharz-Anlage eine Probe vom Basisharz nimmt, schauen ihr fast 200 Menschen auf die Finger. Es sind Gäste des Produzenten Leuna-Harze, die im November zur Einweihung der 45 Millionen Euro teuren neuen Fabrik nach Leuna gekommen waren.

Dank der Investition kann das Unternehmen 70.000 Tonnen Epoxidharz-Systeme im Jahr herstellen: „So können wir der steigenden Nachfrage aus der Windkraft-Industrie und der Bauchemie Rechnung tragen“, sagt Geschäftsführer Klaus Paur. Aber auch die Lack- und die Elektro-Industrie brauchen die Kunstharze aus Leuna, die oft gemeinsam mit den späteren Anwendern entwickelt werden.

Seit Gründung 1995 ist Leuna-Harze ständig gewachsen, mittlerweile zum drittgrößten Hersteller Europas. Insgesamt flossen 340 Millionen Euro ins Werk. Produzierten anfangs 65 Beschäftigte 4.500 Tonnen, schaffen die rund 200 Mitarbeiter heute mehr als das 15-Fache. Das Erfolgsrezept: „Wir bieten den Kunden maßgeschneiderte Systeme aus Epoxidharzen, Reaktivverdünnern und Härtern“, so Paur. „Dazu produzieren wir schnell und flexibel.“ Kein Wunder, dass sein mittelständisches Unternehmen erst im Herbst 2017 von Enercon, dem größten deutschen Windenergieanlagen-Hersteller, als bester Zulieferer ausgezeichnet wurde.

Bis nach Brasilien und in die Türkei liefert Leuna-Harze zum Beispiel das Material für die Rotorblatt-Produktion. Insgesamt exportiert die Chemiefirma in 40 Länder weltweit. Und es wird weiter investiert: Zurzeit entsteht für 5 Millionen Euro eine Produktionsanlage für Klebeharze. Und für eine Erweiterung der Reaktivverdünnerproduktion im Wert von 15 Millionen Euro läuft der Genehmigungsprozess.

Ein Erfolgsfaktor ist die Belegschaft

„Die Neuanlagen sichern die bestehenden Arbeitsplätze, zudem werden 20 neue hoch qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen“, berichtet der Geschäftsführer. Und stellt unmissverständlich klar, dass ohne „die motivierte und engagierte Belegschaft“ diese erfolgreiche Unternehmensentwicklung nicht möglich gewesen wäre.

Gute Aussichten für die 15 Lehrlinge, die aktuell ausgebildet werden. Wie viele der jüngeren Beschäftigten hat auch Sophie Horschig so ihre Berufskarriere begonnen. Die heute 26-Jährige arbeitet seit ihrem Lehrabschluss 2011 als Chemikantin.


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In der Industrie kommen bevorzugt Materialen zum Einsatz, die sehr robust und leicht sind. Wie zum Beispiel für Rotorblätter von Windrädern. Hier – wie in vielen anderen Fällen – nutzt man Epoxidharz-Systeme.

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