Die perfekte Ergänzung von Hobby und die Berufsausbildung

Lennart Voss fährt Kart-Rennen – und ist Azubi bei thyssenkrupp Bilstein

Mit 160 Sachen in die Kurve: So hat Lennart Voss es zum NRW-Vizemeister im Kart-Rennen gebracht. Auf der Piste hilft ihm das Know-how, das er als Industriemechaniker-Azubi bei thyssenkrupp Bilstein in Ennepetal bekommt.

In der Lehrwerkstatt: Ausbildungsleiter Ulrich Schmelter erklärt Details zum ersten großen Werkstück, einem beweglichen Miniatur-Arbeitstisch. Foto: Straßmeier

In der Lehrwerkstatt: Ausbildungsleiter Ulrich Schmelter erklärt Details zum ersten großen Werkstück, einem beweglichen Miniatur-Arbeitstisch. Foto: Straßmeier

Rasant: Das Motodrom Hagen ist die Hausbahn des 17-Jährigen. Foto: Straßmeier

Rasant: Das Motodrom Hagen ist die Hausbahn des 17-Jährigen. Foto: Straßmeier

An der Bahn: Zwei- bis dreimal die Woche bastelt Lennart Voss hier am Kart. Foto: Straßmeier

An der Bahn: Zwei- bis dreimal die Woche bastelt Lennart Voss hier am Kart. Foto: Straßmeier

Wenn Lennart Voss an seinem Kart schrauben kann, ist er in seinem Element. Vergaser einstellen, Spur optimieren, Reifendruck kontrollieren: Es ist immer was zu tun. Seit mehr als zehn Jahren gibt der 17-Jährige in den flachen Flitzern Gas. Mittlerweile ist er im eigenen Rennkart auf der Rundstrecke unterwegs, war schon mal Vize-NRW-Meister in seiner Klasse.

Bis zu 160 Stundenkilometer schafft der 30 PS starke Zweitakter. Das erfordert Kraft und Kondition. „Die Kurvengeschwindigkeit macht dem Körper zu schaffen. Wenn es über die Randsteine geht, schüttelt es einen ordentlich durch“, sagt der junge Mann. Schließlich habe so ein Kart keine Stoßdämpfer.

Eigentlich schade. Denn mit Stoßdämpfern wird Voss noch reichlich zu tun bekommen. Er ist Industriemechaniker-Azubi bei thyssenkrupp Bilstein in Ennepetal. Und da sitzen die Spezialisten für Dämpfer- und Fahrwerktechnik. Eine eigene Abteilung versorgt den Motorsport mit Hochleistungs-Dämpfern. „Für Motorsportler ist Bilstein ein Begriff“, weiß Nachwuchskraft Voss.

„Hobby und Ausbildung ergänzen sich super – einfach perfekt“

Deshalb hat er schon als Achtklässler alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sein Praktikum dort zu absolvieren. Da das Werk weit entfernt von der Realschule in Meinerzhagen ist, quartierte er sich bei den Großeltern in Gevelsberg ein. Ausbildungsleiter Ulrich Schmelter überzeugte zwei Jahre später nicht zuletzt die Zielstrebigkeit des Bewerbers, der auf eine besser erreichbare Stelle verzichtete und sich als 17-Jähriger eine Sonder-Fahrerlaubnis für den Weg zum Betrieb besorgte. „Ich wollte hier hin. Der Beruf ist genau das, was ich mir vorgestellt habe“, sagt der Azubi. „Hobby und Ausbildung ergänzen sich super – einfach perfekt.“

Einiges, wie etwa das logische Verständnis, bringt er vom Kartfahren mit. Das hat ihm schon bei den ersten Werkstücken geholfen, die die Lehrlinge selbstständig angefertigt haben. Was er an Basics im ersten Jahr gelernt hat, kommt ihm wiederum an der Bahn zugute. So kann er mittlerweile die Drehbank nutzen, die dort steht. „Ich kann vieles jetzt optimieren“, meint er: „Weil ich besser verstehe, was warum passiert.“

Mit seinem Azubigehalt kann er nun selbst einen Teil der Kartkosten bestreiten, den Rest sollen Sponsoren beisteuern. Voss möchte auch in diesem Jahr Rennen fahren. Da fallen rund 15.000 Euro an. „Allein der Reifenverschleiß liegt bei zweieinhalb Satz an einem Wochenende.“

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Über mein Hobby, den Motorsport. Am Kart ist alles technisch. Daraus ist das Interesse an einem Technikberuf entstanden.

Was reizt Sie am meisten?

Etwas weiterzuentwickeln und voranzutreiben, das finde ich spannend. Fahrzeugtechnik und die Tests – das wäre für später ein Ziel.

Worauf kommt es an?

Immer 110 Prozent zu geben und die Leistungen so hoch zu halten, wie es geht. Und alles, was man an Wissen mitbekommt, aufzunehmen.


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Unternehmen in diesem Artikel

ThyssenKrupp Bilstein GmbH

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ThyssenKrupp Bilstein GmbH
August-Bilstein-Straße 4
58256 Ennepetal

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