Hier ist der Chemie-Unterricht spitze

Lehrerin Kerstin Günther mit dem „ChemChamp“-Preis geehrt

Nünchritz. Braune Brühe brodelt, Dämpfe wabern, Tropfen fallen ins Reagenzglas. Strenge Düfte steigen in die Nase: Teer, Petroleum, Lösungsmittel. Nur kurz, dann übernimmt durch die offenen Fenster eine frische Frühlingsbrise das Regiment im Chemiekabinett.

Mit einem kleinen Experiment zeigt Chemielehrerin Kerstin Günther der Klasse 9a an der Oberschule Nünchritz, wie die Erdöldestillation funktioniert.

Spannende Versuche – und nicht nur Büffeln

Ein Bunsenbrenner, ein Glas Erdöl, ein Erlenmeyer-Kolben und ein paar Reagenzgläser genügen der Lehrerin, um den komplexen Vorgang anschaulich zu machen. Für ihre Persönlichkeit sowie ihr vielfältiges Engagement für das Fach Chemie wurde die 50-Jährige jetzt von einer unabhängigen Jury als „ChemChamp 2014“ ausgezeichnet, als beste Chemielehrerin in Ostdeutschland. Den Preis hat die Nordostchemie in diesem Jahr erstmals ausgeschrieben.

„Mit Experimenten lassen sich Zusammenhänge in der Chemie sehr gut deutlich machen und dann viel leichter erklären“, unterstreicht Günther. „Besonders, wenn es um komplexe Reaktionen wie die Erdöldestillation geht.“

So eine Vermittlung des Unterrichtsstoffs kommt bei den Schülern naturgemäß deutlich besser an als bloßes Büffeln theoretischer Grundlagen. Lernen bleibt den jungen Leuten freilich nicht erspart, „fällt aber leichter mit dem praktischen Beispiel vor Augen“, schildert Günther.

Ihre Arbeit wird geschätzt: „Frau Günther ist eine außergewöhnlich engagierte Chemielehrerin, bei der die Begeisterung für die Chemie auch auf die Schüler überspringt“, berichtet Werkleiter Gerd Kunkel vom Wacker-Werk im sächsischen Nünchritz, dem Betrieb, der die agile Frau nominiert hat.

Auch nach dem Unterricht ist sie viel für ihr Fach im Einsatz. In den Ferien gibt sie Förderunterricht und betreut Fünft- und Sechstklässler beim Wettbewerb „Chemkids“. Günther organisiert zudem die Lernpartnerschaft der Oberschule mit Wacker und dem Bildungsträger ASG Nünchritz, ist im Raum Dresden Fachberaterin für Oberschulen, kümmert sich um Lehrerfortbildung. Und beim Neubau der Schule kämpfte sie um ein gut ausgestattetes Chemiekabinett.

„Mir macht meine Arbeit eben viel Spaß“, sagt die Preisträgerin, die das Lob sichtlich verlegen macht. Lehrerin wollte sie übrigens schon seit ihrem ersten Schuljahr werden. „Weil ich so eine tolle Klassenlehrerin hatte.“


Fakten

Foto: Sturm
Foto: Sturm

Der Preis für Lehrkräfte

  • Mit dem „ChemChamp“-Preis will die Nordostchemie die Persönlichkeit „engagierter Chemielehrkräfte“ in Ostdeutschland auszeichnen. Der Preis wird von nun an jährlich verliehen.
  • Vorschläge für den ChemChamp können nur Mitgliedsunternehmen der Verbände einreichen; pro Unternehmen sind maximal drei Vorschläge im Jahr möglich.
  • Eine unabhängige Jury wählt dann den Preisträger aus.
  • Der Preis soll zudem die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen fördern.

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