Technik

LEDs aus Lemgo lassen die Welt leuchten


Es werde Licht – aber richtig! Zumtobel setzt auf energiesparende Technik

Wer beim Leuchtenhersteller Zumtobel arbeitet, muss die Augen nicht zusammenkneifen, um auch die kleinste Schraube gut zu sehen. Clevere Technik sorgt dafür, dass es immer schön hell ist.

Ein Messkopf berechnet, wie viel Tageslicht durch die großen Dachfenster fällt. Und eine Software passt die künstliche Beleuchtung automatisch an. Selbst an einem bewölkten Wintertag lassen sich so 40 bis 50 Prozent Strom sparen, im Sommer sind es gar 90 Prozent.

Leuchten statt heizen

Es werde Licht – aber richtig! Der österreichische Konzern Zumtobel, in seiner Branche einer der Größten, hat seinen Standort im westfälischen Lemgo in den letzten beiden Jahren auf den neuesten Stand gebracht.

Auch in Sachen Umweltschutz: Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaik-Anlage, die Sonnenstrom ins öffentliche Netz speist. Clou: Sie gehört den Stadtwerken Lemgo – und den Zumtobel-Mitarbeitern. Sie durften im vergangenen Oktober Anteile für 1.000 bis 10.000 Euro kaufen. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren bringen die „Solar-Briefe“ 3 Prozent Zinsen. „Das Interesse war so groß, dass sie in drei Stunden weg waren“, so Betriebsratsvorsitzender Günter Harrack.

Das modernisierte Werk ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass bei Zumtobel neue Zeiten angebrochen sind. In Lemgo ist die Krise abgehakt.

Der Grund hat einen Namen: LED. Zumtobel konnte den Verkauf seiner Halbleiter-Leuchtdioden seit letzten Sommer um mehr als ein Fünftel erhöhen. Und das Werk in Lemgo ist gerade auf LED spezialisiert.

„Wir zählen zu den Treibern des Markts“, sagt Marketing-Fachmann Martin Finkmann: Die kleinen Lichtquellen beleuchten Büros, Konferenzräume und Geschäfte, aber auch Museen und Hotels. So rücken sie zum Beispiel die Hallen der Rolls-Royce-Fabrik im britischen Goodwood ins rechte Licht.

Die modernen LEDs bieten Vorteile: Sie sparen zum einen Strom. Zum anderen wirkt das Licht der heutigen Modelle nicht mehr kalt.

Die gute alte Glühbirne konnte eher heizen als leuchten: Sie wandelt nur 5 Prozent des Stroms in Licht um, der Rest ist Wärme. Bei der Leuchtdiode sind es 30 Prozent. Deshalb installieren jetzt auch Supermärkte an ihren Frisch- und Kühltheken bevorzugt LEDs.

Dank Licht schneller gesund

Aber die können noch mehr: Mit Hochschulen und Instituten forscht das Unternehmen über das Zusammenspiel von Licht und Hormonen. Patienten verlassen das Krankenhaus früher, wenn ihr Zimmer nach Süden ausgerichtet ist.

Künftig dürfte es egal sein, wo sie liegen. Jochen Stapperfenne, Leiter des Lichtforums: „Diesen Heilungseffekt versuchen wir, mit farbig gesteuerten LEDs hinzukriegen.“

 

Info: Zumtobel AG

Das Unternehmen in Lemgo beschäftigt rund 700 Mitarbeiter und gehört zum österreichischen Zumtobel-Konzern. Der hat weltweit mehr als 7.000 Beschäftigte und stellt Leuchten und Lichtmanagementsysteme für professionelle Anwender her. Im Geschäftsjahr 2009/2010 (Stichtag: 30.April) setzte die Zumtobel AG 1,2 Milliarden Euro um.

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