Metall

Kupplungen aus Salzgitter: Die guten Verbindungen


Voith Turbo Scharfenberg: Neue Halle als Signal für Kunden und Mitarbeiter

Salzgitter. Es sind Kunden  aus aller Welt. Einen Tag vor dem Startschuss der großen Branchenmesse Innotrans schauen sie bei Voith Turbo Scharfenberg vorbei, um die Einweihung einer neuen Halle mitzuerleben.

Simultanübersetzer in zwei kleinen Kabinen informieren über alle Details: Der weltweite Marktführer von Zugkupplungen geht als künftiger Systementwickler neue Wege. Die Branche kann weiter mit neuen Entwicklungen aus Salzgitter rechnen. Und der Standort in Niedersachsen unter dem Dach des großen Voith-Konzerns ist für die nächsten Jahre gesichert.

Voith Turbo Scharfenberg gehört zu den vielen Unternehmen in der Metall- und Elektro-Industrie, die nach schweren Jahren aus dem Kampf um Aufträge und gegen Kostendruck gestärkt hervorgegangen sind.

Fachleute haben sich geirrt

Dabei ist es gerade einmal zehn Jahre her, da gingen Experten davon aus, der Zenit des produzierenden Gewerbes sei überschritten – die Ära der Dienstleistungen habe endgültig begonnen, die Industrie aber sei auf dem Rückzug. Sie haben sich getäuscht: Statt eines Abschwungs haben sich die Firmen fit gemacht für den Weltmarkt.

 

So auch Voith Turbo. In China und Indien, aber auch sehr stark in Europa geht der Zug für die Firma ab. Als Systemlieferant, der sich vom klassischen Kupplungsbauer zum Anbieter von kompletten Zugkopf-Varianten entwickelt hat, will das Unternehmen nun neue Meilensteine setzen.

In der 900 Quadratmeter großen Halle entstehen vor allem Prototypen. Glasfaserverstärkte Kunststoffe werden hier verarbeitet. Innovation ist angesagt.

Ein Harz für alle Anforderungen

So soll zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut in Berlin ein neuer Harz entwickelt werden. „Weil es weltweit unterschiedliche Brandschutz-Anforderungen gibt, wären verschiedene Festigkeiten erforderlich“, erklärt Geschäftsführer Martin Wawra. Ein Harz für alle Anforderungen lautet also der Auftrag für die Entwickler.

Für Voith Turbo ist die Einweihung der neuen Halle nicht nur ein positives Signal in Richtung der Kunden, sondern auch für die Mitarbeiter. „Sie haben in den letzten Jahren einen außerordentlich guten Job gemacht“, berichtet Wawra. „Die Investitionen des Konzerns zeigen, dass man mit uns in Salzgitter noch viel vor hat.“

Dank der vollen Auftragsbücher konnte man sich von den Turbulenzen zu Beginn des Jahrzehnts erholen. Der Geschäftsführer weiß, dass den Mitarbeitern die schwierigen Zeiten noch bestens in Erinnerung sind.

Deshalb mahnt auch er im Hinblick auf die Tarifrunde zur Besonnenheit: „Die Forderung der IG Metall von 8 Prozent mehr Lohn ist völlig unrealistisch. Sie wäre für unser Unternehmen, das einen sehr hohen Arbeitskostenanteil hat,  überhaupt nicht leistbar.“ Wawra plädiert für eine Lösung, die den hohen Einsatz der Mitarbeiter berücksichtigt und gleichzeitig den Unternehmen die Substanz für wichtige Investitionen lässt: „Das wäre fair für alle Seiten.“ 

WF

 

Info: Voith Turbo Scharfenberg

Das Unternehmen hat sich seit 1903 zu einem der bedeutendsten Entwickler und Produzenten von Kupplungssystemen entwickelt. Mehr als 300.000 Kupplungen sind bislang weltweit ausgeliefert worden.

300 Mitarbeiter sind heute in Salzgitter beschäftigt. Das neue Betätigungsfeld: Systemanbieter für Verbindung und Auffahrschutz von Schienenfahrzeugen.

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