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Unverzichtbar für E-Autos, Solarzellen und die Datenautobahn

Kupfer ist ein Allround-Talent: Aurubis verarbeitet es in riesigen Mengen

Die Geschäfte laufen für den rheinischen Kupferverarbeiter Aurubis glänzend. Für Wachstum sorgen unter anderem die E-Mobilität und die Digitalisierung. Selbst im Glasfaserkabel steckt das Metall.

Es läuft rund: Dietmar Esser mit Messing- und Kupferdrähten – auch sie zählen zum Lieferprogramm. Foto: Moll

Es läuft rund: Dietmar Esser mit Messing- und Kupferdrähten – auch sie zählen zum Lieferprogramm. Foto: Moll

Geschäftsführer Jürgen Jestrabek: „Kupfer steckt auch in Glasfaserkabeln.“ Foto: Moll

Geschäftsführer Jürgen Jestrabek: „Kupfer steckt auch in Glasfaserkabeln.“ Foto: Moll

An der Verpackungslinie: Adam Micygala mit Messingbändern. Foto: Moll

An der Verpackungslinie: Adam Micygala mit Messingbändern. Foto: Moll

Stolberg. Die machen hier Gold und Silber! Jedenfalls schimmern allerorten Metallbänder und Drähte, die durch Walzen sausen und auf großen Rollen auf- und abgewickelt werden. In der Tat entsteht hier Wertvolles. Fünf Jahre lang, direkt nach der Jahrtausendwende, verdiente die Firma Aurubis in Stolberg mächtig Schotter – mit der Herstellung von Geld.

„Die Euro-Münzen, die damals eingeführt wurden, waren unser Goldesel“, erinnert sich Geschäftsführer Jürgen Jestrabek. Ob goldfarben für die 10-, 20- und 50-Cent-Münzen oder silberfarben für die Ein- und Zwei-Euro-Münzen: „15 Prozent des metallenen Bandmaterials für alle Münzen Europas haben wir gemacht!“

Die Fabrik gehört zu Europas größtem Kupferkonzern

Stets geht es in seinem Unternehmen um Kupferlegierungen, die gewalzt, geglüht und zurechtgeschnitten werden wollen. Und von der Kupferverarbeitung verstehen die 400 Mitarbeiter in dem Städtchen bei Aachen eine ganze Menge. Seit 2002 gehört die Firma zur Hamburger Aurubis AG und damit zu Europas größtem Kupferkonzern und weltgrößtem Kupfer-Recycler. Der Konzern stellt jährlich 1,1 Millionen Tonnen Kupferkathoden her und verarbeitet bis zu 700.000 Tonnen Recyclingmaterial. Er hat dabei die gesamte Wertschöpfungskette vom Erzkonzentrat bis zum fertigen Bandmaterial in seiner Hand.

Das Geschäft läuft gut. Das liegt nicht nur an der guten Konjunktur, sondern auch an neuen Märkten, die sich auftun. Für Wachstum sorgen unter anderem die E-Mobilität und die Industrie 4.0 mit ihren vernetzten Anlagen. Und die Erneuerbaren: In jedem Windrad stecken bis zu 30 Tonnen Kupfer! Aber auch eine Solarzelle braucht das schimmernde Metall für die Anschlüsse. Jestrabek: „Wir sind überall da, wo Strom, Wärme oder Daten fließen!“

0,05 Millimeter dünn, bei einer Toleranz von zwei tausendstel Millimeter

Kupfer hat viele Vorzüge: Es rostet nicht, Bakterien sterben auf seiner Oberfläche ab. Und dann wäre da noch die extrem gute Leitfähigkeit für Wärme, Elektrizität – und Daten.

Bis zu 0,05 Millimeter dünn können die Folien sein, bei einer Toleranz von nur zwei tausendstel Millimeter! So wollen es die Kunden. Das sind Stanzbetriebe und Drehereien, die das Bandmaterial sowie den Draht zu Steckern, Stiften, Kontakten und Platinen für die verschiedensten Branchen weiterverarbeiten.

Selbst auf der ultraschnellen Datenautobahn der Zukunft geht ohne Kupfer nichts: Die feinen Glasfaserlitzen tragen einen Mantel aus dem schützenden Metall.


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