Nachhaltigkeit

Kunden wollen „grüne“ Produkte


Neue Verfahren der Chemie-Industrie schonen die Umwelt

 

 

Mehr produzieren, aber dabei Rohstoffe, Wasser und Energie sparen? Das geht! Die Chemie-Industrie in Westfalen macht es vor.

 

 

 

Beispiel DuPont

 

 

 

Kunden bevorzugen „grüne“ Produkte, das zeigt eine aktuelle Umfrage des Chemieunternehmens DuPont unter mehr als 3.500 Kunden. Das heißt: Die Sachen sollen bei Verarbeitung und Endnutzung weniger Wasser und Energie verbrauchen und sich später wiederverwerten lassen.

 

 

 

Der amerikanische Konzern hat sich darauf längst eingestellt: Mit umweltfreundlichen Produkten, vor allem für die Photovoltaik und den Fahrzeugbau, ließen sich die Treibhausgas-Emissionen entlang der Lieferkette von 2007 bis 2010 um 6,5 Millionen Tonnen verringern.

 

 

 

Vorbildliches Projekt am Standort Hamm: Eine spezielle Aufbereitungsanlage für Industrie-Abwasser spart jährlich 500.000 Kubikmeter Trinkwasser. Hier produzieren rund 400 Mitarbeiter Polyamide und Polyester sowie Folien für Verbundsicherheitsglas. Nächstes Ziel der Konzernmutter: Bis 2020 sollen 10 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen.

 

Beispiel Chemiepark Marl

 

 

 

Verbundwirtschaft – damit punktet der Chemiepark Marl mit seinen rund 120 Betrieben. Was bei einem Produktionsprozess als Abfall entsteht, etwa Schwefelsäure, wird in anderen Anlagen am Standort als Rohstoff genutzt.

 

 

 

 

 

 

 

Auch das Wasser, bei der Produktion oft als Kühlmittel eingesetzt, findet mehrfach Verwendung. Ist es nicht mehr für Kühlzwecke geeignet, spült man damit Filter. Dem Kühlkreislauf selbst setzt man gebrauchtes Trinkwasser zu. So lässt sich jeder Tropfen gut 30-mal nutzen.

 

 

 

Manchmal reicht schon eine Kleinigkeit, um den Ressourcenverbrauch zu senken. Allein die technische Umstellung einer Kältemaschine (Ammoniakverdichter) auf Sommer- oder Winterbetrieb spart rund 5.000 Megawattstunden pro Jahr: „Im Winter ist der Bedarf an Kälte natürlich niedriger“, sagt Martin Möller, Projektleiter Energiemanagement-Systeme beim Chemiepark-Betreiber Infracor. „Der Verdichter muss nicht auf Volllast laufen.“ Wärmedämmung und Energiesparlampen für die Straßenbeleuchtung sollen den Energiehunger weiter dämpfen: „Wir wollen möglichst viele Gebäude mit industrieller Abwärme beheizen“, so Möller.

 

 

 

Beispiel Sasol Solvents

 

 

 

Dem Werk von Sasol Solvents in Herne gelang vor fünf Jahren ein Meisterstück: Der Hersteller von Lösemitteln (Ethanol, Isopropanol) und Hydroperoxinen verminderte den Energieverbrauch um 1,3 Millionen Kilowattstunden und das Abwasser um 405.000 Kubikmeter. Dafür gab es das Ökoprofit-Siegel des Landesumweltministeriums. Seitdem sank der Verbrauch an Energie, Rohstoffen und Frischwasser kontinuierlich.

 

 

 

Für immer bessere Werte war die Tochter des südafrikanischen Chemiekonzerns Sasol auch bereit, kräftig zu investieren. Etwa in moderne Regelungstechnik für die Dampferzeugung und in eine Versuchsanlage für die Aufbereitung von Abwasser. Bei Sasol soll sich jeder einzelne Mitarbeiter für den Umweltschutz verantwortlich fühlen.

 

 

 

„Mit regelmäßigen Schulungen möchten wir unsere rund 150 Beschäftigten in Herne sensibilisieren“, sagt Hartmut Lillack, bei Sasol Solvents zuständig für Umweltschutz und Qualität. Sein Ziel: Die Kollegen sollen selbst nach Energiesparmöglichkeiten im Betrieb suchen.

 

 

 

 

 

 

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