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Kosmische Myonen – eingefangen in einer Kaffeekanne


Physik Camp XLAB: 22 Jungen und Mädchen erleben anspruchsvolle Experimente

Göttingen. Physik will Felix Martins studieren, am liebsten Astrophysik. Die berufliche Laufbahn steht für den 19-Jährigen fest, er hat in der Oberstufe die Leistungskurse Physik und Mathematik belegt. Wen wundert es da, dass der Sulinger seine Ferien nicht an der See oder in den Bergen verbringt, sondern in Göttingen? Lernen macht Spaß – auch in den Ferien. Das beweisen 22 Jungen und Mädchen aus Niedersachsen, die fünf Tage im Göttinger Experimental-Labor „XLAB“ zu Gast sind.

Ihr „Physik Camp“ hat es in sich: Was sind kosmische Myonen? Und wie lassen sich diese elementaren Teilchen, die in den oberen Schichten unserer Atmosphäre entstehen, in einer normalen Kaffeekanne einfangen und analysieren?

Welches sind die grundlegenden Funktionen eines Lasers? Und wie stellt man damit Hologramme dar? Felix ist schon von den Aufgabenstellungen begeistert.

Acht Stunden am Tag tüfteln

Die 22 Schüler und Schülerinnen, die die Labors im XLAB zurzeit besetzen, wollentüfteln und experimentieren, und das unter professioneller Anleitung, acht Stunden am Tag. „Für Physik muss man ein Gefühl kriegen“, weiß Professor Arnulf Quadt. Der Physiker vom II. Physikalischen Institut der Uni Göttingen und Oberstudienrat Johann Krawczyk leiten das „Physik Camp“, das XLAB-Mitarbeiterin Christine Battmer organisiert hat.

„Die Teilnehmer erleben eine Woche intensive und an­spruchsvolle Experimente“, sagt XLAB-Geschäftsführerin Eva-Maria Neher. Acht Stunden täglich beschäftigen sie sich mit physikalischen Fragen, um am Ende die Ergebnisse im Hörsaal zu präsentieren.

Die Unternehmer in Niedersachsen wollen mit dem XLAB Begeisterung für die Naturwissenschaften wecken. Deshalb, so ist von Robert Stafflage zu erfahren, „hat sich die Stiftung NiedersachsenMetall entschlossen, das ,Physik Camp’ mit 20.000 Euro zu unterstützen.“

Stafflage, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungs-Kuratoriums, ist in Sorge angesichts des Mangels an Mathematikern, Informatikern, Na­turwissenschaftlern und Technikern, den sogenannten MINT-Akademikern. „Ändert sich in der Bildungspolitik nichts, stehen bundesweit pro Jahr nur 85.000 bis 90.000 Hochschulabsolventen mit MINT-Qualifikation zur Verfügung“, rechnet Stafflage.

Lücke wird wieder wachsen

Viel zu wenig, weiß auch Olaf Brandes, Geschäftsführer der Stiftung, „zumal nur die Hälfte der Absolventen einen Ingenieurabschluss erzielt. Das reicht gerade, um die frei gewordenen Stellen der in Ruhestand gehenden Ingenieure zu besetzen.“ Die Lücke werde rezessionsbedingt wahrscheinlich schrumpfen, „aber in Zukunft wird sie aus demografischen Gründen wieder wachsen“.

Die Arbeitgeber der Metall- und Elektro-Industrie kümmern sich seit langem intensiv um die Nachwuchsförderung. „Das ,Physik Camp’ ist vorbildlich, um bei den Schülern die Begeisterung für die Naturwissenschaften zu stärken“, sagt Stafflage.

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Schlagwörter: Ausbildung

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