Berufschancen optimieren

„Kooperatives Studium“ beim Getriebehersteller Getrag: Viel Praxis statt nur graue Theorie

Untergruppenbach. Sie hätte sich auch mal vorstellen können, Grundschullehrerin zu werden. Doch die Liebe zur Technik war stärker. Jetzt schreibt Antonia Hörmann ihre Bachelorarbeit über den Prozess der Planung und Montage von Prototypen. Die Metall- und Elektro-Industrie fasziniert sie: „Weil es hier keinen Stillstand gibt“, schwärmt sie. Und: „Man hat beruflich unzählige Möglichkeiten.“

Ausbildung oder Studium? Für die 24-Jährige gab es kein Entweder-oder. Sie hat sich für ein „kooperatives Studium“ im Fach Automotive Systems Engineering entschieden: Hier macht man in fünf Jahren Ausbildung und Studium auf einen Streich. „Man hat von Anfang an viel Praxisbezug“, sagt sie.

Mit Kollegen an Innovationen tüfteln

Den praktischen Teil macht die junge Frau bei Getrag. Der Getriebehersteller mit Hauptsitz in Untergruppenbach beliefert fast alle wichtigen Autohersteller auf der ganzen Welt.

Am Stammsitz tüfteln etwa 1.100 Mitarbeiter, überwiegend Ingenieure, laufend an Innovationen. Zum Beispiel für noch effizientere Hybridgetriebe.

Und Antonia Hörmann ist mittendrin, beschäftigt sich für ihre Bachelorarbeit etwa damit, wie man für Prototypen Teile beschafft, die Qualität überwacht und ihren Aufbau dokumentiert.

Pro Jahr starten hier rund 20 junge Leute ins Berufsleben, überwiegend Studierende. „Weil wir ein Entwicklungsstandort sind, ist das Ingenieur-Know-how für uns entscheidend“, erklärt Getrag-Personalleiterin Charlotte Krautter.

Was muss man eigentlich mitbringen, wenn man an der Entwicklung von Produkten arbeiten will? „Neugier und Interesse an zukunftsorientierter Technik sind sehr wichtig“, sagt Krautter, „aber man braucht auch Kommunikationsfähigkeiten.“

Olivia Breuling bringt diese Eigenschaften zum Beispiel mit. Sie macht ebenfalls ein kooperatives Studium, im Fach Mechatronik und Mikrosystemtechnik. Absolventen dieser Fachrichtung können als Multitalente in verschiedenen Bereichen arbeiten – wie Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik. Die Ausbildung hat die 22-Jährige bereits absolviert.

Sie arbeitet jetzt neben den Vorlesungen zehn Wochenstunden als Werkstudentin hier: „Ich fasse alle Daten und alles Wissenswerte von einem Prüfstand mit Verbrennungsmotoren zusammen“, berichtet sie stolz. Auch der Bereich Konstruktion gefällt ihr. Was sie an der Branche reizt: „Mit Technik ist fast alles möglich.“

Dass es eine Kombination aus Studium und Ausbildung gibt, hat die junge Frau in der Schulzeit während einiger Praktika erfahren. Technik kommt ihrer Meinung nach in der Schule viel zu kurz. „Wenn man in der Schule mehr Möglichkeiten hätte, Grundlagen zu lernen, würden sich bestimmt auch mehr Mädchen an ein technisches Studium herantrauen“, findet Breuling.


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