Baumaschinen

Komatsu Hanomag passt sich flexibel den Aufs und Abs der Konjunktur an

Hannover. Gute Zeiten, schlechte Zeiten – hört sich an wie eine TV-Soap, ist für den Baumaschinenhersteller Komatsu Hanomag aber gelebte Realität. In den vergangenen fünf Jahren bewältigte das Unternehmen zahlreiche Krisen. Auftragsrückgänge bis zu 50 Prozent mussten ebenso verkraftet werden wie eine sprunghaft anziehende Nachfrage.

Neue Produkte, Abläufe und Arbeitszeitmodelle

Zurzeit befindet sich das Unternehmen wieder im Aufwind. Seit Anfang 2014 haben die Auftragseingänge kontinuierlich zugelegt. Heute ist das 580-Mitarbeiter-Werk wieder voll ausgelastet. Im ersten Quartal dieses Jahres wurde sogar an jedem zweiten Wochenende gearbeitet.

„Die Konjunkturausschläge kommen immer häufiger und sind extremer als früher“, stellt Göksel Güner fest, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Das Unternehmen hat darauf reagiert: Mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, Optimierungen in der Produktion sowie neuen Produkten und Dienstleistungen steuert Komatsu Hanomag dagegen.

So montiert das Werk zusätzlich zu den Radladern und Mobilbaggern auch die Muldenkipper in Serie. Die riesigen Geräte mit 710 PS und einem Leergewicht von 46 Tonnen werden im Bergbau und in Steinbrüchen eingesetzt. Neun dieser Kolosse verlassen Monat für Monat die Werkshallen in Hannover.

Zudem bereiten die Mitarbeiter in einem neuen Reinigungszentrum Dieselpartikelfilter wieder auf. Außerdem ist Hannover außerhalb Japans der einzige Standort, der Einzelkomponenten wie Getriebe und Achsen fertigt.

Das Kerngeschäft, also die Produktion von Radladern und Mobilbaggern, wird stetig optimiert. „Kürzlich haben wir zwei Montagelinien zu einer zusammengefasst“, berichtet Matthias Henning, Gruppenleiter in der technischen Montageplanung. Damit reagiert das Werk auf die rückläufige Nachfrage bei Mobilbaggern. „Sollte die Konjunktur auch in diesem Bereich wieder anspringen, können wir die Produktion schnell wieder hochfahren“, sagt Henning.

Diese Flexibilität ist möglich, weil Komatsu Hanomag auch in Krisenzeiten die Stammbelegschaft gehalten hat. „Wir haben Arbeitszeitkonten abgebaut, Kurzarbeit eingeführt und Sonderzahlungen ausgesetzt“, erinnert sich Firmenchef Güner. Das Vorgehen zahlt sich heute aus.

Im letzten Quartal 2014 wurden sogar rund 50 Zeitarbeitskräfte eingestellt, um Spitzen abarbeiten zu können. Über die Umwandlung eines Teils dieser Zeitarbeitsverträge in Festanstellungen wird gerade nachgedacht.


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