Aufträge für spektakuläre Bauten weltweit

Kölner Fassaden-Spezialist Pohl peppt das Rockefeller Center in New York auf

Köln. Alexander Klima ist immer da im Einsatz, wo viel Gefühl gefragt ist. Seit 28 Jahren arbeitet er bei Pohl in Köln, einem Spezialisten für Fassaden-Elemente aus Metall. Gerade schleift er am größten und vielleicht auch schwierigsten Einzelstück, das in dem Werk je gefertigt wurde: Ein zwölf mal sechs Meter großes gewölbtes Fassaden-Teil, das zu Weihnachten den Eingang zum New Yorker Rockefeller Center schmücken soll. Und das unbedingt so aussehen muss, als wäre es aus einem Guss und nicht aus mehreren Teilen zusammengeschweißt.

Ein halbes Jahr lang haben die Kölner Experten an der perfekten Methode gefeilt, mehrfach sind Mitarbeiter mit Probestücken in die USA geflogen. Dann erst, als der Kunde total überzeugt war, gab es den Zuschlag für den Millionenauftrag.

„Wir brauchen intelligente Facharbeiter, die mitdenken und handwerkliches Geschick haben“, sagt Inhaber Heinrich R. Pohl. Fast immer müssen individuelle Wünsche erfüllt werden, bisweilen entwickelt Pohl eigens Maschinen dafür – so geschehen für die Produktion von gelochten Metallteilen für die Decke der neuen Central Police Station in Hongkong, die eine ganz spezielle Prägung brauchten.

Grundsätzlich bietet Pohl „alles, was man aus Blech formen kann“, sagt Betriebsleiter Werner Bott. Meist sind es Fassadenteile, aber es können auch Gussformen für Gummibärchen sein.

Die Liste der Referenzen ist so lang wie prominent besetzt. Pohl hat beispielsweise die wellenförmige Blechverkleidung für den Spaceport America geliefert, einen vom Star-Architekten Sir Norman Foster entworfenen privaten Weltraumhafen. Mehr als 2.000 Quadratmeter Aluminiumflächen aus Köln sind an der O2-Arena in Berlin verbaut, und auch am neuen Verwaltungsgebäude des FC Bayern München fallen die Metall-Kassetten aus dem Hause Pohl auf.

Mit dem Bau von Kutschen fing vor 160 Jahren alles an

Als inhabergeführtes Familien-Unternehmen in fünfter Generation blickt die Christian Pohl GmbH auf fast 160 Jahre zurück, die mit dem Bau von Kutschen anfingen. Aktuell sind über 600 Mitarbeiter an sieben Produktionsstandorten für die Pohl-Gruppe tätig.

Aus der Schlosserei ist ein weltweit aktives Unternehmen geworden, das rund 60 Prozent seiner Produkte ins Ausland exportiert. Vor allem die USA sind ein wichtiger Markt, dort gibt es auch ein eigenes Werk in Salt Lake City.

Das rekordverdächtige Stück für New York wird dennoch in Köln produziert. Als Alexander Klima mit einer der Schweißnähte fertig ist, sieht man kaum noch den Übergang. Aber total unsichtbar ist er halt nicht. Deshalb werden weitere, teils chemische Verfahren folgen. Der spannende Moment kommt dann in New York. Metallbaumeister Klaus Domurath, seit 33 Jahren bei Pohl, wird mit fünf Kollegen hinfliegen, um das Werk zu vollenden. „Dieses besondere Projekt macht natürlich Spaß. Erst auf der Baustelle werden wir dann ganz genau sehen, was für ein Produkt wir da haben.“

 

 


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