Nachwuchswerbung

Kluge Köpfe braucht das Land


Neugier säen, Wissenschaftler-Nachwuchs ernten: Clever fördert die Industrie junge Talente

Frankfurt. Haben Sie schon einmal eine Brücke gebaut? Das ist kompliziert, erst recht, wenn man als Material nur ein paar Brettchen hat wie diese jungen Architekten auf dem Foto.

Aber für Anna Lena (8), Annike (9), Jakob (8), Leonie (7) und Alexandra (8, von links) ist es genau die richtige Herausforderung: Konzentriert arbeiten sie zusammen – und schwupps, das Bauwerk steht!

Die Technik-Prüfung ist Teil einer Mega-Aktion: „Arena frei für kluge Köpfe“ – unter diesem Motto strömten Anfang November rund 1.000 Lehrer, Eltern und Kinder in die Commerzbank-Arena in Frankfurt.

Es fehlen 50.000 Ingenieure

Sie erwartete ein Jahrmarkt der Möglichkeiten: Unternehmen, Verbände, Stiftungen, Forschungseinrichtungen, Museen und Schulen informieren darüber, was chemische und technische Berufe jungen Forschern bieten. In Hessen gibt es 1.500 offene Stellen für Ingenieure, 12 Prozent mehr als 2006; bundesweit fehlen sogar knapp 50.000. „Dagegen tun wir was“, sagt Axel Schack, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HessenChemie. Er möchte, dass Deutschland auch in Zukunft ein führender Industriestandort bleibt.“

Schulleiterin Helga Blitz von der Regenbogenschule Münster, zu der die jungen Brückenbauer gehören, findet solche Veranstaltungen gut: „Wir führen den Kollegen vor, wie selbstständig und begeistert Kinder forschen.“ Seit Herbst hat ihre Schule ein eigenes Forscherhaus: „Die Schüler lieben Experimente und präsentieren die Ergebnisse großartig“, versichert die Schulleiterin.

Das weiß auch Carina Hesse aus Frankfurt. Die Chefin der florierenden Firma „3 Up“ hat die Frühförderung zum Geschäftsmodell entwickelt: „Kinder saugen das Wissen auf, das bringt sie unglaublich voran.“ Verbandsmanager Schack sieht das genauso: „Inzwischen haben auch die Politiker erkannt, dass unser Gold in den Köpfen steckt und nicht im Erdboden.“

Kinder sind neugierig – wie zum Beispiel auch die beiden Brüder Michael (10) und Thomas (8), die am Stand des Chemieunternehmens Clariant Schablonen ausprobieren. Ihre blauen, roten und grünen Pferde leuchten auf Taschen, Wänden und Papier. „Wenn ihr die richtige Farbe nehmt, hält das Bild auf fast jedem Untergrund“, erklärt Biologie-Studentin Saskia Brose. Aha! Später interessieren sich die Jungs vielleicht mal für die Zusammensetzung der Farbe – und wie sie sein müsste, damit sie überall hält ...

Die Spannung des Experiments

Auch das Chemie- und Pharma-Unternehmen Merck versteht es, die Jugend zu gewinnen: Hier verrät man Lehrern ein Rezept für Zaubertinte – chemische Erklärung inklusive.

Etwas kniffliger ist es beim Pharmakonzern Sanofi-Aventis. Hier steht der Schüler Paul Wiedenbeck (18) am Stand, der als Hochbegabter in den Ferien ein Praktikum im Labor absolvieren durfte: „Wir haben Aspirin hergestellt und geprüft, ob es auch tatsächlich Acetylsalicylsäure ist.“ Chemiker will er nach eigener Auskunft nicht werden. „Lieber Physiker oder Mathematiker. In der Chemie macht man zu viele Versuche. Ich bevorzuge Theorie.“

Aber das sehen viele junge Talente an diesem Tag ganz anders.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang