Hier läuft es rund

Klosterfrau Berlin investiert viel in die Modernisierung des Werks


Berlin. Packung um Packung saust an Katrin Münchow vorbei. Hin und wieder greift sie sich einen Karton und schaut hinein. Sie ist an dieser Verpackungslinie die letzte Kontrollinstanz. „Wenn Schachtel, Beipackzettel und der Füllstand stimmen, geht’s sofort ab ins Lager“, erklärt die Pharmakantin, eine Mitarbeiterin des Klosterfrau-Werks in Berlin.

Im Lager bleiben die Arzneien nicht lange. Weder der Hustensaft für Kinder, der hier verpackt wird, noch das nebenan vom Band laufende Nasenspray, die Halsbonbons oder der Klassiker „Klosterfrau Melissengeist“, der schon seit dem Jahr 1826 gegen allerlei Wehwehchen hilft. Sie werden in den Apotheken gebraucht: Der lange kühle Frühling hat Lücken in die Regale gerissen.

Das Werk mit seinen 220 Beschäftigten fährt derzeit Überstunden und beschäftigt zusätzlich Saisonkräfte. Jetzt zahlt sich aus, dass die Fertigung seit einigen Jahren modernisiert wird: Das hält die Produkte wettbewerbsfähig.

„Im Schnitt 3 bis 4 Millionen Euro investierten wir in den letzten Jahren in neue Maschinen und Anlagen“, berichtet Hanns-Cord Walter, der Standort-Geschäftsführer. „Und weitere 1,5 Millionen Euro in die Gebäude, die ja bereits in den 70er-Jahren errichtet wurden.“

Bei ihren Investitionen achten die Berliner sehr auf die Energie­effizienz. Walter meint: „Wenn wir in Deutschland den Ausstoß des Klimagases CO2 reduzieren wollen, bringen Einsparungen bei Heizung, Kühlung und Stromverbrauch mehr als alle Debatten über alternative Energien.“ Obendrein senke das die Kosten im Betrieb.

Klosterfrau ist zum Beispiel stolz auf die gezielter wirkenden Klimaanlagen, die die Pharmaproduktion mit weniger Strom kühl halten. Auf die neuen, besser gedämmten Fassaden, die zudem das heiße Sonnenlicht reflektieren. Oder auf die wärmeisolierenden Fenster: Stolze 1.100 laufende Meter wurden davon in der letzten Zeit eingebaut.

6,8 Tonnen Halsbonbons am Tag produziert das Werk

Energie sparen lässt sich auch in der Produktion. Im Betriebsteil von Carsten Knönagel etwa: Hier kühlt heiße Lutschbonbon-Masse ab, bevor sie zu Drops geschnitten wird. Diese Wärme will Knönagel mit einem modernen Wärmetauscher nutzen. „Die so gewonnene Energie können wir für die Klimatisierung nutzen“, sagt der Betriebsleiter. Das lohnt sich – denn am Tag werden 6,8 Tonnen Halsbonbons produziert.

Die Firma bringt immer wieder neue Produkte auf den Markt. So stellt sie neuerdings ein Halsbonbon her, das nicht nur antiseptisch wirkt, sondern auch den Schmerz stillt. Und mit der Produktion von sterilen Gel-Spritzen für die Urologie hat man sich ein ganz neues Geschäftsfeld erschlossen – „allein dafür wurden 13,6 Millionen Euro investiert“.

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