Maschinenbau

Klein, aber fein


Das Tübinger Unternehmen Paul Horn ist Spezialist für Mini-Werkzeug

Tübingen. Schon mal mit einer Kettensäge ein Krippen-Figürchen geschnitzt? Klar, dass das nicht geht. Um kleine Dinge herzustellen, braucht man umso feinere Arbeitsmittel. Auch in der Metallbearbeitung: Das Unternehmen Paul Horn in Tübingen ist Spezialist für extrem präzises Werkzeug, das Metall in Form bringt – etwa durch „Nutfräsen“, „Einstechen“ oder „Abstechen“, wie Fachleute sagen.

„Für unsere Werkzeuge gibt es sehr viele Anwendungsbereiche“, freut sich Gesamtvertriebsleiter Andreas Vollmer. Etwa in der Medizintechnik: „Kieferorthopäden arbeiten mit winzigen Schrauben“, weiß Vollmer. In Uhrwerken findet man klitzekleine Metallteile, in Flugzeugen – fast überall. Bei deren Herstellung kommt das „Supermini“-Werkzeug von Horn zum Einsatz.

Genau genommen handelt es sich um eine „Hartmetall-Schneidplatte“, die in die Drehmaschine eingespannt wird und das Metall bearbeitet. Die kleinste Variante des „Supermini“ dreht einen Durchmesser von nur 0,2 Millimeter! Seine genaue Form ist mit dem bloßem Auge gar nicht mehr erkennbar.

Das meiste machen Maschinen ...

Das Werkzeug aus Tübingen ist begehrt – vor allem, weil es in allen erdenklichen Ausführungen zu haben ist. Allein im Katalog gibt es rund 800 Standard-Ausführungen. Vollmer: „Daneben haben wir seit der Unternehmens-Gründung im Jahr 1969 über 80.000 Sonderlösungen für spezielle Kundenwünsche entwickelt.“

Die Produktion läuft bei Horn vor allem maschinell: mit vielen hochmodernen Anlagen. Automatisierung heißt die Devise!

„Nur so können wir produktiv bleiben“, erklärt Gesamtvertriebsleiter Vollmer. Vorrangiges Ziel ist, die Präzision der Werkzeuge zu optimieren.

Die Automatisierung hat auch Auswirkungen auf die Personalplanung: „Ein Mitarbeiter kann bei uns heute bis zu sechs Maschinen bedienen“, berichtet Vollmer. Anfang der 90er Jahre habe der Betrieb noch einen Mitarbeiter pro Maschine gebraucht.

... doch die Belegschaft wächst rasant

Trotzdem stellt die Firma immer mehr Personal ein. Aktuell sind an den Standorten in Gomaringen und Tübingen 590 Leute beschäftigt, auf dem Tübinger Werkgelände wird gerade ein riesiger Neubau fertig: Mit bis zu 250 weiteren Arbeitsplätzen, vor allem für Facharbeiter.

In diesem und im kommenden Jahr investiert das Unternehmen insgesamt etwa 40 Millionen Euro. Geschäftsführer Lothar Horn betont: „Ich setze auf den Standort Deutschland.“

Barbara Auer

 

Info: Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn

590 Mitarbeiter stellen in Tübingen und Gomaringen  Werkzeuge unter anderem zum Fräsen und Gewinde-Drehen her. Zusammen mit dem Tochterunternehmen Horn Hartstoffe GmbH, ebenfalls mit Sitz in Tübingen, hat das Unternehmen im vergangenen Jahr die Umsatz-Marke von 100 Millionen Euro überschritten.

www.phorn.de 

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