Gute Nachbarschaft

Kleber aus dem Wohngebiet


Wie der Streit um eine weitere Produktion Uhu ein offenes Verhältnis zu den Nachbarn verschafft

Sekundenkleber – Modellbauer, Heimwerker und Profis schwören auf den schnellen Klebstoff. Die Nachbarn vom Alleskleber-Spezialisten Uhu im badischen Bühl waren dagegen gar nicht begeistert, als die Firma 2007 ankündigte: „Wir holen unter anderem die Produktion der Sekunden-Kleber aus Sachsen-Anhalt zurück nach Bühl.“

Die Wogen schlugen hoch: Die Anrainer befürchteten Geruch, Abgas und Lärm, manche sogar „krebserregende“ Stoffe. Der Standort, 1939 am Stadtrand gegründet, liegt heute mitten im Wohngebiet.

Die Anwohner machten mobil. Und Uhu? Das Unternehmen schottete sich nicht ab, sondern ging in die Informations-Offensive. Lud Kritiker und Skeptiker, Nachbarn und Journalisten Ende Dezember zur Diskussion ins Werk, gab umfassend Auskunft.

„Schon im eigenen Interesse sicher“

„Sind  die  Stoffe  in  der Produktion gesundheitsschädlich?“, fragten Anwohner. „Wir setzen keine giftigen oder krebserzeugenden Rohstoffe in Uhu-Klebstoffen ein. Chemie  bedeutet automatisch auch Verwendung von Gefahrstoffen. Wir arbeiten daher schon im eigenen Interesse sicher“, so Aurelia Liar, Leiterin Forschung und Entwicklung.

 

„Kann wirklich nichts raus aus der Fabrik?“, wollten Nachbarn wissen. Die Produktion findet in geschlossenen Anlagen statt. „Das ist Stand der Technik. Der verantwortliche Umgang mit Rohstoffen und Produkten ist für uns selbstverständlich“, versichert Liar. Beim Abpumpen von Tankwagen etwa arbeite man wie Tankstellen mit dem Gaspendel-Verfahren.

„Droht jetzt Geruchsbelästigung?“, war auch eine Frage. „Nein“, stellten Experten des Freiburger Öko-Instituts fest, die Uhu als neutrale Gutachter eingeschaltet hatte. Die Freiburger stellten auf dem Werkgelände kaum und in der Umgebung gar keinen Lösemittel-Geruch fest.

Stattdessen lobten sie die Sicherheits-Vorkehrungen als vorbildlich. „Wir gehen sogar über die gesetzlichen Anforderungen hinaus“, schildert Liar. „Zum Schutz von Gesundheit, Umwelt, unserer eigenen Beschäftigten und natürlich der Nachbarn.“

Darüber hinaus lud Uhu im Februar ins Werk ein. Mehr als einhundert Familien kamen, schauten sich Produktion, Sicherheits- und Umwelttechnik an und stellten Fragen: „Wie sieht die geschlossene Anlage aus?“ oder „Wie filtern Sie die Abluft?“.

„Wir haben dazugelernt“

Forschungsleiterin Liar und Olaf Saenger, Direktor Product Supply, standen Rede und Antwort, zeigten Groß und Klein das Werk. „Jetzt fühl ich mich sicherer“, meinte ein Familienvater danach. Ein anderer Besucher fand: „Endlich weiß ich, was ihr hier so treibt.“

Das Fazit von Saenger ist positiv: „Es lohnt sich, offen auf die Menschen zuzugehen und ihre Bedenken ernst zu nehmen. Da haben wir dazugelernt.“ Und Kollegin Liar findet: „Kommunikation schafft Vertrauen.“ Uhu will die Nachbarn weiter regelmäßig informieren. Und schon 2009 gibt es wieder einen „Tag der offenen Tür“.

Gabriele Koch-Weithofer

 

Info: Uhu GmbH & Co. KG

Die Uhu GmbH & Co. KG in Bühl setzt im Jahr 120 Millionen Euro um und stellt 100 Millionen Klebestifte sowie etwa 85 Millionen Tuben und Flaschen Klebstoff her. Die 450 Beschäftigten, davon 360 in Bühl, beliefern damit alle Welt.

60 Prozent der Produktion gehen in den Export. Uhu gehört zur Bolton Group mit Sitz in Amsterdam.

www.uhu.de

Die Fahrerkabine: Aufgeräumt soll sie sein, dazu gut isoliert und gefedert. Foto: dpa

Wie der Streit um eine weitere Produktion Uhu ein offenes Verhältnis zu den Nachbarn verschafft

Sekundenkleber – Modellbauer, Heimwerker und Profis schwören auf den schnellen Klebstoff. Die Nachbarn vom Alleskleber-Spezialisten Uhu im badischen Bühl waren dagegen gar nicht begeistert, als die Firma 2007 ankündigte: „Wir holen unter anderem die Produktion der Sekunden-Kleber aus Sachsen-Anhalt zurück nach Bühl.“

Die Wogen schlugen hoch: Die Anrainer befürchteten Geruch, Abgas und Lärm, manche sogar „krebserregende“ Stoffe. Der Standort, 1939 am Stadtrand gegründet, liegt heute mitten im Wohngebiet.

Die Anwohner machten mobil. Und Uhu? Das Unternehmen schottete sich nicht ab, sondern ging in die Informations-Offensive. Lud Kritiker und Skeptiker, Nachbarn und Journalisten Ende Dezember zur Diskussion ins Werk, gab umfassend Auskunft.

„Schon im eigenen Interesse sicher“

„Sind  die  Stoffe  in  der Produktion gesundheitsschädlich?“, fragten Anwohner. „Wir setzen keine giftigen oder krebserzeugenden Rohstoffe in Uhu-Klebstoffen ein. Chemie  bedeutet automatisch auch Verwendung von Gefahrstoffen. Wir arbeiten daher schon im eigenen Interesse sicher“, so Aurelia Liar, Leiterin Forschung und Entwicklung.

 

„Kann wirklich nichts raus aus der Fabrik?“, wollten Nachbarn wissen. Die Produktion findet in geschlossenen Anlagen statt. „Das ist Stand der Technik. Der verantwortliche Umgang mit Rohstoffen und Produkten ist für uns selbstverständlich“, versichert Liar. Beim Abpumpen von Tankwagen etwa arbeite man wie Tankstellen mit dem Gaspendel-Verfahren.

„Droht jetzt Geruchsbelästigung?“, war auch eine Frage. „Nein“, stellten Experten des Freiburger Öko-Instituts fest, die Uhu als neutrale Gutachter eingeschaltet hatte. Die Freiburger stellten auf dem Werkgelände kaum und in der Umgebung gar keinen Lösemittel-Geruch fest.

Stattdessen lobten sie die Sicherheits-Vorkehrungen als vorbildlich. „Wir gehen sogar über die gesetzlichen Anforderungen hinaus“, schildert Liar. „Zum Schutz von Gesundheit, Umwelt, unserer eigenen Beschäftigten und natürlich der Nachbarn.“

Darüber hinaus lud Uhu im Februar ins Werk ein. Mehr als einhundert Familien kamen, schauten sich Produktion, Sicherheits- und Umwelttechnik an und stellten Fragen: „Wie sieht die geschlossene Anlage aus?“ oder „Wie filtern Sie die Abluft?“.

„Wir haben dazugelernt“

Forschungsleiterin Liar und Olaf Saenger, Direktor Product Supply, standen Rede und Antwort, zeigten Groß und Klein das Werk. „Jetzt fühl ich mich sicherer“, meinte ein Familienvater danach. Ein anderer Besucher fand: „Endlich weiß ich, was ihr hier so treibt.“

Das Fazit von Saenger ist positiv: „Es lohnt sich, offen auf die Menschen zuzugehen und ihre Bedenken ernst zu nehmen. Da haben wir dazugelernt.“ Und Kollegin Liar findet: „Kommunikation schafft Vertrauen.“ Uhu will die Nachbarn weiter regelmäßig informieren. Und schon 2009 gibt es wieder einen „Tag der offenen Tür“.

Gabriele Koch-Weithofer

 

Info: Uhu GmbH & Co. KG

Die Uhu GmbH & Co. KG in Bühl setzt im Jahr 120 Millionen Euro um und stellt 100 Millionen Klebestifte sowie etwa 85 Millionen Tuben und Flaschen Klebstoff her. Die 450 Beschäftigten, davon 360 in Bühl, beliefern damit alle Welt.

60 Prozent der Produktion gehen in den Export. Uhu gehört zur Bolton Group mit Sitz in Amsterdam.

www.uhu.de

Wie der Streit um eine weitere Produktion Uhu ein offenes Verhältnis zu den Nachbarn verschafft

Sekundenkleber – Modellbauer, Heimwerker und Profis schwören auf den schnellen Klebstoff. Die Nachbarn vom Alleskleber-Spezialisten Uhu im badischen Bühl waren dagegen gar nicht begeistert, als die Firma 2007 ankündigte: „Wir holen unter anderem die Produktion der Sekunden-Kleber aus Sachsen-Anhalt zurück nach Bühl.“

Die Wogen schlugen hoch: Die Anrainer befürchteten Geruch, Abgas und Lärm, manche sogar „krebserregende“ Stoffe. Der Standort, 1939 am Stadtrand gegründet, liegt heute mitten im Wohngebiet.

Die Anwohner machten mobil. Und Uhu? Das Unternehmen schottete sich nicht ab, sondern ging in die Informations-Offensive. Lud Kritiker und Skeptiker, Nachbarn und Journalisten Ende Dezember zur Diskussion ins Werk, gab umfassend Auskunft.

„Schon im eigenen Interesse sicher“

„Sind  die  Stoffe  in  der Produktion gesundheitsschädlich?“, fragten Anwohner. „Wir setzen keine giftigen oder krebserzeugenden Rohstoffe in Uhu-Klebstoffen ein. Chemie  bedeutet automatisch auch Verwendung von Gefahrstoffen. Wir arbeiten daher schon im eigenen Interesse sicher“, so Aurelia Liar, Leiterin Forschung und Entwicklung.

 

„Kann wirklich nichts raus aus der Fabrik?“, wollten Nachbarn wissen. Die Produktion findet in geschlossenen Anlagen statt. „Das ist Stand der Technik. Der verantwortliche Umgang mit Rohstoffen und Produkten ist für uns selbstverständlich“, versichert Liar. Beim Abpumpen von Tankwagen etwa arbeite man wie Tankstellen mit dem Gaspendel-Verfahren.

„Droht jetzt Geruchsbelästigung?“, war auch eine Frage. „Nein“, stellten Experten des Freiburger Öko-Instituts fest, die Uhu als neutrale Gutachter eingeschaltet hatte. Die Freiburger stellten auf dem Werkgelände kaum und in der Umgebung gar keinen Lösemittel-Geruch fest.

Stattdessen lobten sie die Sicherheits-Vorkehrungen als vorbildlich. „Wir gehen sogar über die gesetzlichen Anforderungen hinaus“, schildert Liar. „Zum Schutz von Gesundheit, Umwelt, unserer eigenen Beschäftigten und natürlich der Nachbarn.“

Darüber hinaus lud Uhu im Februar ins Werk ein. Mehr als einhundert Familien kamen, schauten sich Produktion, Sicherheits- und Umwelttechnik an und stellten Fragen: „Wie sieht die geschlossene Anlage aus?“ oder „Wie filtern Sie die Abluft?“.

„Wir haben dazugelernt“

Forschungsleiterin Liar und Olaf Saenger, Direktor Product Supply, standen Rede und Antwort, zeigten Groß und Klein das Werk. „Jetzt fühl ich mich sicherer“, meinte ein Familienvater danach. Ein anderer Besucher fand: „Endlich weiß ich, was ihr hier so treibt.“

Das Fazit von Saenger ist positiv: „Es lohnt sich, offen auf die Menschen zuzugehen und ihre Bedenken ernst zu nehmen. Da haben wir dazugelernt.“ Und Kollegin Liar findet: „Kommunikation schafft Vertrauen.“ Uhu will die Nachbarn weiter regelmäßig informieren. Und schon 2009 gibt es wieder einen „Tag der offenen Tür“.

Gabriele Koch-Weithofer

 

Info: Uhu GmbH & Co. KG

Die Uhu GmbH & Co. KG in Bühl setzt im Jahr 120 Millionen Euro um und stellt 100 Millionen Klebestifte sowie etwa 85 Millionen Tuben und Flaschen Klebstoff her. Die 450 Beschäftigten, davon 360 in Bühl, beliefern damit alle Welt.

60 Prozent der Produktion gehen in den Export. Uhu gehört zur Bolton Group mit Sitz in Amsterdam.

www.uhu.de

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang