Präzisionsoptik

Klarer Durchblick bringt Erfolg


Präzision aus dem Meisterbetrieb: Sill Optic setzt auf Spezialprodukte

Wendelstein. Als Berndt Zingrebe Sill Optics 1994 vom damaligen US-Eigentümer Melles Griot zurückkaufte, war seine Strategie klar: Der frühere Betriebsleiter setzte auf Präzision und individuelle Angebote – wie beim klassischen Meister-Betrieb, der Sill Optics seit jeher war. „Denn mein Gefühl hat mir gesagt, dass wir hier mit ,Made in Germany’ Erfolg haben können.“

Arbeitsplätze verdreifacht

Als Erstes investierte Zingrebe in neue Maschinen und stellte die Produktion auf „Synchrospeed“ sowie CNC-Technologie um. Nach gut einem halben Jahr hatte der umtriebige Firmenchef den Betrieb aus den roten Zahlen. Von da an gings bergauf. Die Mitarbeiterzahl stieg von 45 auf heute 135. Sill Optics ist damit zweitgrößter Industriebetrieb in Wendelstein und bildet 22 Lehrlinge zu Feinoptikern, Gerätemechanikern, Mechatronikern und Industriekaufleuten aus. Dafür sowie für den Erhalt und Ausbau der Arbeitsplätze bekam das Unternehmen einen Preis: den „Jobstar“ der Metropolregion Nürnberg.

„Mit Serienfertigung können wir uns den Großen gegenüber nicht behaupten“, sagt Zingrebe. Deshalb entwickelt und produziert die Firma ausschließlich nach Wunsch der Kunden.

Die Präzisionsoptik von Sill Optics ist vielseitig: Sie wird zum Beispiel angewendet in der Laserbearbeitung, bei der Prozesskontrolle und in der Messtechnik. Dazu gehören Linsen zur Positionsbestimmung bei Schneidevorgängen mit Laser, „telezentrische Objektive“ für die Bildverarbeitung oder Präzisionsobjektive zur Endkontrolle in der Kugellager-Fertigung.

Stark zurück geht die Produktion von Gläsern aus den Anfängen der Firma, etwa von Kondensor-Linsen, mit denen der TÜV Autoscheinwerfer einstellt.

Mit über 500 Kunden möglichst viele Standbeine

„Wir sind so flexibel, dass wir fast immer eine Lösung für die Probleme unserer Kunden finden“, sagt Zingrebe. Das schafft Vertrauen. Um keine Schwierigkeiten zu bekommen, wenn ein größerer Kunde ausfällt, setzt er auf möglichst viele Standbeine. So hat Sill Optics über 500 Kunden aus unterschiedlichen Branchen.

Um seine Produktpalette noch zu erweitern, kaufte Zingrebe vor drei Jahren die Firma Optolyth aus der Konkursmasse. Das Sanierungskonzept ist das Gleiche wie bei Sill Optics: Mit modernen Fertigungsmethoden und einer aktuellen Produktreihe soll das Unternehmen zum Premiumhersteller werden.

Das jüngste Ergebnis aus der Entwicklung ist ein sogenanntes „Spektiv“. Auf eine Digitalkamera gesetzt, wird es zum Super-Teleobjektiv.

Matthias Nauerth

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