Beruf und Familie

Kinderlachen in ehemaligen Konstruktionsbüros


Braunschweiger Unternehmen gründen „Kita-Kinderwerk“

Braunschweig. Es ist halb eins, Zeit für den Mittagsschlaf. Im Schlafraum der „Kita Kinder-Werk“ ist es mucksmäu­schenstill. Kaum zu glauben, dass nur wenige Meter entfernt die Maschinen der Braunschweigischen Maschinenbauanstalt AG (BMA) arbeiten. Ein ehemaliges Bürogebäude der traditionsreichen Firma wurde zu einer Kinderkrippe umfunktioniert.

Wo einst hochkonzentriert neue Maschinen konstruiert wurden, toben und spielen heute bis zu 78 Kinder.

Der Arbeitgeberverband Region Braunschweig (AGV) hat ein Dutzend Braunschweiger Unternehmen ins gemeinsame Boot geholt, um deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Es wurde als Betreiberin die Kinder-Werk GmbH gegründet. Der AGV hat das Projekt begleitet.

Tageslicht durchflutet die Räume, Fenster in den Zwischenwänden ermöglichen einen kontrollierenden Blick, Waschbecken und Toiletten sind im „Zwergenformat“ – wer die Kinderkrippe besucht, wird sofort von der besonderen Atmosphäre ergriffen. Für immerhin 1,5 Millionen Euro ist auf dem ehe­­mali­­gen Gelände des Maschi­nenbau-Unter­neh­mens ein beeindruckendes dreigeschossiges Gebäu­de mit rund 700 Quadratmetern entstan­den. „Alle erforderlichen Auflagen wurden erfüllt“, ist Kinder-Werk-Geschäftsführerin Sabine Behrens-Mayer stolz.

Schnell wieder in den Beruf

Das Geld kommt zum größten Teil aus öffent­lichen Mitteln. „Die Braun­schwei­gische Landessparkasse hat uns mit sehr guten Konditionen un­ter­stüt­zt“, ergänzt die Ge­schäftsfüh­r­erin. Außerdem kam gro­ße Hilfe von der benachbarten BMA – von der Verwaltung bis zum Hausmeister. Finanzierung und Bau eines solchen Gebäudes sind das eine.

Die Kinder­krippe mit Leben zu erfüllen, ist das andere. Dafür haben die Braunschweiger eine Ausschreibung an verschiedene regionale Dienstleister gerichtet.

Die AWO bekam schließlich den Zuschlag. Sie stellt für die Betreuung der Kinder das Personal und die fachliche Erfahrung. „Die haben wir als Träger von 17 Kitas in der Region Braunschweig in den letzten Jahrzehnten gesammelt“, sagt Leiterin Sabine Wagner.

Mit 78 Plätzen in vier Krippengruppen und einer Grup­pe für ältere Kinder reagiert die „Kita Kinder-Werk“ auf das Bedürfnis vieler Mütter, nach der Geburt schnell wieder in den Beruf zurückzukehren.

30 Prozent der vorhandenen Plätze werden an Kinder von Eltern vergeben, die nicht in einem der Partner-Unternehmen ar­bei­­ten.

Auch die Öffnungszeiten der Einrichtung richten sich nach den Bedürfnissen berufs­tätiger Eltern: Die Kindertagesstätte ist von 7 bis 18 Uhr geöffnet und schließt auch in den Ferien nicht.

Jährlicher Firmenbeitrag

Damit sich das Braunschweiger Pilotprojekt, das ohne Eigenmittel an den Start gegangen ist, trägt, müssen Geschäftsführ­erin Behrens-Mayer und ihr Team mit spitzem Bleistift rechnen. Jeder Betrieb, der einen Ganztags-Krippenplatz bucht, leistet jährlich einen Firmenbeitrag. „Wir sind ein sehr attraktiver Anbieter“, betont die Geschäftsführerin.

Zwölf Plätze sind noch frei. „Wenn die Wirtschaftskrise einmal beendet ist“, glaubt Behrens-Mayer, „werden wir ausgebucht sein.“

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