Steuerungen für Dieselmotoren und Aufzüge

Kendrion macht Elektromagnete zu Hightech-Bauteilen

Villingen-Schwenningen. Es ist still in der großen Fabrikhalle von Kendrion in Villingen-Schwenningen und auf den ersten Blick fast menschenleer. Doch hinter großen Scheiben herrscht Leben. Mitarbeiter mit weißen Kitteln und weißen Hauben auf dem Kopf montieren elektromagnetische Regelventile für Diesel-Einspritzsysteme.

Denn wie in der Mikroelektronik-Industrie oder der Arzneimittelherstellung wird auch beim Spezialisten für elektromagnetische Systeme in Reinräumen produziert. „Wir vermeiden damit, dass sich in den Ventilen winzige Partikel absetzen können und die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen“, erklärt Sören Rosenbaum. Der Ingenieur mit Doktortitel leitet die neu gegründete Kendrion Academy, die die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im weitverzweigten Kendrion-Konzern koordinieren und voranbringen soll.

Zahl der Produkte geht in die Tausende

Mit Elektromagnetismus befassen sich zwar alle der sieben Geschäftsbereiche des weltweit tätigen Unternehmens, doch die Produkte sind höchst unterschiedlich. Mehrere Tausend sind es, schätzt Konzern-Personalleiter Thomas Fritz.

Dazu gehören kleine Kupplungen, die am Geldautomaten die Banknoten sortieren und auswerfen ebenso wie große Permanentmagnetbremsen, die Rotorblätter von Windkraftanlagen in Position halten oder den Absturz von Aufzugskabinen verhindern.

Elektromagnete sind auch in Kaffeemaschinen oder Türklingeln eingebaut. Doch einfache Massenware kommt heute aus Fernost. Kendrion konzentriert sich auf Hightech-Produkte, mit manchmal sehr kleinen Stückzahlen. Von den Dieselventilen verlassen allerdings 1,4 Millionen Stück jährlich die Werkhalle in Villingen.

Das technische Grundprinzip hinter allen Anwendungen ist praktisch das gleiche, erläutert Rosenbaum, auch wenn die Anwendungen und die Konstruktion so unterschiedlich sind. Das will der Konzern mit weltweit 3.000 Mitarbeitern – 80 Prozent davon in Deutschland – nun nutzen und seine sonst sehr selbstständigen Geschäftsbereiche bei der Forschung stärker vernetzen. „Wir müssen das Rad nicht jedes Mal neu erfinden“, sagt Rosenbaum.

Seine Academy bringt beispielsweise Entwickler aus dem Industriebereich mit solchen aus dem Automobilgeschäft zusammen, um gemeinsam neue Anwendungen zu entwickeln. Solche sieht der Konzern, der in Baden-Württemberg in Villingen, Donaueschingen, Engelswies und Markdorf 860 Mitarbeiter beschäftigt, sowohl in bestehenden Geschäftsfeldern wie auch in neuen, etwa bei Elektrofahrzeugen.


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