Neue Stoffe

Kein Zwicken, kein Ziehen: Mit Hosen von Penn Textile Solutions sitzen Rad-Profis fest im Sattel


Paderborn. So sehen Sieger aus. Nach einer turbulenten Bergetappe über fünf Pyrenäen-Pässe holte sich Anfang Juli der Ire Dan Martin vom Rennstall Garmin Sharp bei der Tour der France den Tagessieg. Auf der mehr als 160 Kilometer langen Strecke tränkte eine Menge Schweiß das Trikot des Radprofis.

Das steckt der robuste Hightech-Stoff der Radhose, mit der die Garmin-Sharp-Fahrer dieses Jahr unterwegs waren, locker weg. Entwickelt und gewirkt wurde er bei Penn Textile Solutions im westfälischen Paderborn.
Das Besondere daran: „Die Hosenbeine rutschen nicht hoch, obwohl sie nicht den üblichen Silikonstreifen haben“, erklärt Maschinenführer Markus Fischer.

Der Stoff ist an unterschiedlichen Stellen auf verschiedene Weise gewirkt. Ein angenehmes Gefühl für Radprofi Martin. Statt des klebrigen Streifens, der früher dafür sorgte, dass die Hose in Position blieb, aber bei jeder Beinbewegung an der Haut zog, schmiegt sich das Sporttextil jetzt ans Bein.

Diese Art von Tragekomfort genießen nicht nur Hochleistungssportler. Ähnliches gibt es auch fürs klassische Mieder oder den trendigen BH. Penn entwickelt dafür ständig neue Materialien und Wirktechniken. So wurde aus der früher schweren, nähtereichen Wäsche ein leichtes, hochfunktionales Kleidungsstück.

Das kommt weltweit an. Rund 85 Prozent der Produktion geht in den Export. Besonders in Asien ist die Underwear made in Paderborn beliebt.

„Die Chinesen wollen qualitativ hochwertige Wäsche, die dort nicht zu bekommen ist“, sagt Thomas Siemensmeyer, Geschäftsführer von Penn Textile Solutions.

Damit diese Erwartung erfüllt werden kann, muss bei den knapp 200 Mitarbeitern die Ideen-Pipeline ständig gut gefüllt sein. Allein im vergangenen Jahr haben sie rund 290 neue Farben, Stoffe oder Konstruktionen auf den Markt gebracht. Um bei Trends auf dem Laufenden zu bleiben, holen sie sich Hilfe von außen.

Ein Büro in Paris wird regelmäßig mit der Vorhersage darüber beauftragt, welche Wünsche vor allem die Kundinnen in zwei Jahren haben dürften. „Natürlich muss auch die Werbesprache dem Trend folgen“, sagt Siemensmeyer. Wäsche, die Hüftringe diskret vertuscht, heißt Shapewear.

Und den aktuellen Trend „Magical Minimalism“ kann man mit Siemensmeyer so ausdrücken: „Bezaubernd und einfach.“ Weil die Stoffe den Kunden an die Haut gehen, setzt das Unternehmen auf nachhaltige Produktion. Seit drei Jahren waschen die Paderborner mit einem selbst entwickelten Verfahren. Es spart jährlich rund 40 Tonnen umweltbelastende Tenside ein.

Restwärme heizt benachbarte Gebäude

Und die Abwärme aus der Produktion heizt die benachbarten städtischen Gebäude. Was Nachhaltigkeit, Innovationkraft und Erfolg angeht, ist Penn Textile Solutions gut im Rennen. Das gilt auch für das Team Garmin Sharp. Martins Kollege Andrew Talansky fuhr am Ende der Tour in Paris als Zehnter von 169 Fahrern durchs Ziel.

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