Arbeitswelt

Keck, kühn, kreativ


Gesundheitskonzern Abbott geht in der Ausbildung neue Wege

Wiesbaden. Haben Sie schon mal bei der Polizei um Batterien gebeten? Im Team ein Bild gemalt, ein Boot gebaut oder ein Schweineauge seziert? Nein? Die Azubis beim Gesundheitsunternehmen Abbott schon.

„Wir leben von innovativen Ideen“, sagt Apostolus Klisiaris, Leiter Aus- und Weiterbildung, „dann müssen wir auch genau so ausbilden.“

Kreativ sein statt Werkstatt fegen

Gelassen steht er im bunten Getümmel aus jungen Menschen, Lack, Leinwänden, Spraydosen und drei Künstlern – die gerade ein „Team-Event“ zum Ende der ersten Ausbildungswoche für die „Neuen“ gestalten.

Zu diesem Ereignis kommen die 48 Auszubildenden aller Jahrgänge der Standorte Wiesbaden, Ludwigshafen und Wetzlar zusammen.

Das Gemeinschaftserlebnis besteht aber nicht in Kaffee kochen oder Werkstatt fegen: „Teamarbeit, Flexibilität, Kreativität, darum geht’s doch heute!“, erklärt der Ausbilder energisch. Und steigt über einen Haufen – Müll? „Nein, das sind unsere Materialien für eine Kollage“, protestiert Catherina Ey, angehende Chemielaborantin im zweiten Lehrjahr.

Vor ihr liegen „Schätze“ wie Gummihandschuhe, Draht, Folie, ein rostiges Nummernschild. Was gibt das denn? „Ein Kunstwerk zum Thema Harmonie und Reibung“, erklärt die junge Frau.

Die Sachen hat sie besorgt, ohne Geld auszugeben – das war die Aufgabe. „Wir haben an Haustüren geklingelt, in Läden gefragt und auf einer Baustelle gesucht.“

Sebastian Weber, künftiger Pharmakant im dritten Lehrjahr, hat sogar bei der Polizei angeklopft: „Die haben erst komisch geguckt, uns dann aber Batterien geschenkt. Echt nett“, erzählt er grinsend.

Keine Angst vor Herausforderungen

Diana Ahlgrimm, die als Studentin der Berufsakademie gerade in Betriebswirtschaft startet, staunt: „Ständig neue Herausforderungen. Damit hab ich nicht gerechnet.“

Wie alle anderen hat auch sie Schweineaugen seziert. Denn am Standort Ettlingen (Baden-Württemberg) ist Abbott auf Technologien rund um das Sehen spezialisiert. „Erst schreien alle vor Entsetzen auf. Aber dann macht jeder begeistert mit“, weiß der Ausbilder.

Mit solchen Aktionen will er ein großes Ziel erreichen: „Jeder Mitarbeiter soll bereit sein, mit unerwarteten Projekten professionell umzugehen.“

Sabine Latorre

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