Brauchtum

Karnevalswürde statt Laboralltag


Chemielaborantin Danica Schmidt ist Karnevalsprinzessin

Soden/Friedberg. Ein donnerndes „Helau“ schallt Prinzessin Danica I. entgegen, wenn sie Hof hält. In der königlichen Robe der amtierenden Sodener Karnevalsprinzessin steckt – vergnügt winkend – Danica Schmidt.

Im Berufsalltag trägt die Monarchin allerdings einen weißen Kittel – als Chemielaborantin beim Gesundheitskonzern Fresenius Kabi im hessischen Friedberg. „Für beide Aufgaben muss man pünktlich und zuverlässig sein“, erzählt die 23-Jährige.

„Bloß nicht in der Textzeile verrutschen“

Ihre Hauptaufgabe ist die Qualitätskontrolle mithilfe der Hochleistungsflüssigkeitschromatografie (HPLC). Schon das Wort ist ein Zungenbrecher. Danica geht es locker über die Lippen. Das gilt auch für die Reden, die sie als Faschingsprinzessin bei rund 100 Terminen während der Kampagne – der Karnevalssession – halten muss.

Mit dem Stress kann sie gut umgehen. „Ruhig bleiben, auch wenn viel auf mich einstürmt. Das ist beruflich wie privat meine Stärke.“

Für die öffentlichen Auftritte schlüpft sie in ein prächtiges schwarz-goldenes Samtkleid – eine Maßanfertigung. „Das Kleid haben meine Mutter und ich zusammen ausgesucht.“

Aufgeregt war „Ihre Lieblichkeit“ eigentlich nur bei der Antrittsrede vor Michael Cyriax, dem Landrat im Main-Taunus-Kreis. „Da habe ich den Text aus einem dicken Buch vorgelesen und gebetet, dass ich nicht in der Zeile verrutsche.“ Über den lustigen Text musste sie dann selber lachen. „Da war das Eis gebrochen.“

„Ich war schon immer ein Fastnachtsnarr“

Sowohl ihre Liebe zum Fasching als auch zur Chemie entdeckte Danica Schmidt schon früh: „In der neunten Klasse war mir klar, ich will ins Labor.“ Bereits die erste Bewerbung war ein Treffer.

Die Ausbildung bei Provadis im Industriepark Höchst lief glänzend: „Genau mein Ding, mein Traumberuf eben“, sagt die Laborantin. Als sie 2007 ihren Abschluss (und das nebenbei erworbene Fachabi) in der Tasche hatte, trat sie in die Sodener Karneval Gesellschaft ein, um zu tanzen. „Ich war schon immer ein begeisterter Fastnachtsnarr.“

Ihre Karriere verlief auch hier traumhaft. Anfang 2011 kam die Anfrage, ob sie nicht das Amt der Prinzessin übernehmen wolle. „Eine große Ehre, aber ich war zuerst geschockt“, gesteht sie. Dann überlegte sie: „Warum denn nicht? Diese Chance hat man nur einmal im Leben!“ Und wurde die „64. Sodenia“.

Freunde und Sport stehen jetzt hinten an. Danica: „Bis Aschermittwoch habe ich leider keine Zeit!“


 

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