Exportschlager aus NRW

Kabelschuhe aus Remscheid sind weltweit der Renner


Klauke fertigt Kabelverbindungen und die dazu passenden Werkzeuge

Remscheid. Wo der Schuh drückt, das wissen alle bei der Remscheider Firma Gustav Klauke ganz genau. Nein, man fertigt keine High Heels, die Männer regelrecht elektrisieren. Und doch stehen die Dinger hier unter Strom. Von Kabelschuhen ist die Rede.

„Wenn in Deutschland elektrische Kabel angeschlossen werden, dann sind wir dabei“, sagt Personalleiter Marc Stawitzki (36). Das Unternehmen stellt zum einen lötfreie Kabelverbindungen und die dazugehörigen Press- und Schneidwerkzeuge für die Elektro-Installation her. Zum anderen fertigt es Werkzeuge für Rohrhersteller, damit Wasser-, Abwasser- und Heizungsrohre sicher und dauerhaft miteinander verbunden werden.

Zahl der Mitarbeiter vervierfacht

Als Zangenfabrik wurde das Unternehmen 1879 in Remscheid gegründet. Kabelschuhe gehören seit 1960 zum Programm. 200 Mitarbeiter hatte der Betrieb im Jahr 1996, als die Familie ihn an den amerikanischen Textron-Konzern verkaufte (Luftfahrt, Industrieprodukte, Finanzen).

„Als Textron einstieg, wurde die Firma international“, erinnert sich Stawitzki. Und extrem erfolgreich. Von 1996 bis 2011 vervierfachte sich die Zahl der Mitarbeiter auf heute 800, der Umsatz legte rasant von 37 Millionen Euro auf 140 Millionen Euro zu. Ein Grund für den Aufstieg: Klauke nutzt clever die Handels- und Vertriebsstrukturen des weltweit agierenden Mutterkonzerns.

Der liefert in 70 Länder der Welt und verfügt über ein Netzwerk von 100 Service-Centern. Stawitzki: „Wir sind vor Ort mit Service – selbst in Russland und seit dem vergangenen Jahr auch in Indien.“ Noch ein Grund für den Erfolg: Mit insgesamt vier Produktionsstandorten – zwei in Deutschland, einer in England und einer in der Slowakei – haben sich die Remscheider zum Systemanbieter entwickelt. Es gibt eben nicht nur Kabelschuhe, sondern auch die passenden Verarbeitungswerkzeuge dazu – per Hand oder akku-hydraulisch betrieben.

Kabelschuhe und Verbinder kommen zum Beispiel überall in der Auto- und Elektro-Industrie zum Einsatz. Bei Ford und VW ebenso wie bei Siemens und ABB. Und sie verbinden sogar die armdicken Kabel von Überlandleitungen und an Windkraftanlagen.

„Ohne Automatisierung keine Chance“

Fast alle Metallteile stellt  Klauke selber her. Da wird gesägt, geschliffen, gelocht, geglüht – mit 100 Maschinen, Robotern und CNC-Bearbeitungszentren. Stawitzki: „Ohne Automatisierung könnten wir hierzulande nicht mehr wettbewerbsfähig produzieren. Deshalb brauchen wir Leute, die Maschinen programmieren und bedienen können und dabei eine Menge von Metallverarbeitung verstehen.“

Wie Sven Krischka (27). Aus 30 Einzelteilen baut der Monteur innerhalb einer Viertelstunde die „Klauke Mini“ zusammen. Das Presswerkzeug kann 3,5 Tonnen Druck aufbauen. Krischka: „Ich muss hier äußerst präzise arbeiten, vor allen Dingen bei der Krafteinstellung. Schließlich bauen wir keinen Billigkram.“

Info: Clevere Klauke-Spezialitäten

Straßenbaumaschinen, die den Asphalt abfräsen, tun dies mit einer Walze, in der Dutzende Meißel stecken. „Zähne ziehen“ und „Zähne wechseln“ bei der Walze war früher ein zeit- und kräftezehrender Job. Heute macht das ein Klauke-Werkzeug.

Während sich ein Hochzeitsring noch recht einfach vom Goldschmied gravieren lässt, ist das bei der Seriennummer-Prägung an Großmaschinen schon schwieriger. Dafür, dass es leichter geht, sorgt ein maßgeschneidertes Werkzeug aus Remscheid.

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