Nachwuchs

Jungunternehmer auf Erfolgskurs


In der Juniorfirma von Geberit lernen Azubis, wie Wirtschaft wirklich funktioniert

Pfullendorf. Jeden zweiten Donnerstag treffen sie sich zur Dienstbesprechung, pünktlich um 7 Uhr: die 13 Mitarbeiter der Juniorfirma des Sanitärtechnik-Unternehmens Geberit in Pfullendorf.

Gibt es neue Bestellungen? Wie war das Treffen mit dem Neukunden? Läuft die Fertigung nach Plan? Geschäftsführer Lukas Krall ist gerade 19 Jahre alt, sein Team – alles Auszubildende im zweiten Lehrjahr – ist kaum älter. „Jufi“, wie die Jugendlichen ihren Betrieb nennen, ist Teil der kaufmännischen und tech- nischen Ausbildung.

Azubis führen ihre Firma allein

Die Jungunternehmer arbeiten mit eigenen Produkten und nehmen wirklich Geld ein. „So lernen die Azubis, wie ein Unternehmen tatsächlich funktioniert“, erklärt der kauf- männische Ausbildungsleiter Marco Remmele.

Ein Auftrag liegt von der Planung bis zur Auslieferung in den Händen der Azubis. Die Abteilungen bei Geberit unterstützen die junge Mannschaft mit ihrem Rat. Entscheiden müssen die Jungunternehmer jedoch selbst.

Dabei lernen sie die Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen kennen – von der Finanzbuchhaltung über die Logistik bis hin zur Qualitätssicherung. Remmele: „Da erfahren die Auszubildenden am eigenen Leib, wie wichtig Kommunikation und klare Regeln sind.“

Die Produkt-Palette umfasst Vesperdosen, Bilderrahmen, Schlüsselanhänger, Tassen und Müsli-Schalen aus Kunststoff. „Wir stellen alles selber her“, sagt der angehende Verfahrensmechaniker Manuel Sturm. Noch bis Mitte Juni ist er Teil der Azubi-Firma. Dann übernimmt der nächste Ausbildungsjahrgang die Zügel der jungen Firma.

Für die Müsli-Schalen muss das Team Material bestellen, Spritzgussformen auswählen und schließlich die Ware fertigen. Rund 5.500 Stück hat Jufi im vergangenen Jahr produziert. Bei neuen Produkten stellen die pfiffigen Azubis sogar passende Formen für den Guss her.

Und wo bekommt man die Sachen? „Die Belegschaft bei Geberit kann sie kaufen“, so Junior-Chef Krall, „wir bieten sie aber auch auf dem Weihnachtsmarkt in Pfullendorf und bei Aktionen mit Edeka an.“ Neuestes Projekt: „Wir verhandeln jetzt mit einem weiteren Lebensmittelmarkt. Da geht es um einen Großauftrag mit 20.000 Schalen“, verrät Krall. Alle Erlöse gehen an ein Schulprojekt in Kenia.

„Ein gutes Gefühl, was verkauft zu haben!“

Dass die Buchführung am Ende stimmt, dafür sorgt Melanie Stadler: „Jetzt verstehe ich die Zusammenhänge viel besser“, sagt sie. Eigentlich hat sie ja alles schon in der Schule gemacht: „Aber hier sind die Buchungen echt!“

Kollegin Diana Duelly vom Marketing nickt zustimmend: „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man abends sagen kann, heute habe ich etwas verkauft.“

 

www.juniorfirma.geberit.de

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