Was Daniel Gomez an Hessen liebt

Junger Spanier fand beim Elektro-Spezialisten Rudolf Fritz mehr als nur eine Perspektive

Rüsselsheim. Freundin, Wohnung und ein guter Job mit netten Kollegen und spannenden Herausforderungen. Daniel Gomez hat in Hessen ganz offensichtlich seinen Platz gefunden: „Das Wetter ist gar nicht so kalt, wie ich befürchtet habe, die Menschen sind freundlich, und ich fühle mich hier einfach wohl.“

Der 26-Jährige hat Fuß gefasst und möchte in Deutschland bleiben. Im August 2013 war der junge Mann aus Madrid nach Rüsselsheim gekommen, um beim Elektrospezialisten Rudolf Fritz eine Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik zu beginnen.

Arbeitslosenquote von 50 Prozent bietet Jugend keine Zukunft

In Spanien sah Gomez keine Zukunft. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt dort bei rund 50 Prozent, ein trauriger Rekord in Europa. Er jobbte in der Security-Branche, als er von einem Kooperationsvertrag des Landes Hessen mit der Autonomen Region Madrid hörte.

Der Vertrag soll jungen Spaniern eine berufliche Perspektive bieten und zudem den Kampf gegen den Fachkräftemangel hierzulande unterstützen. Über ein Pilotprojekt der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, das auf dem Vertrag aufbaut, kam Gomez so gemeinsam mit knapp 40 anderen jungen Landsleuten nach Hessen.

Zum Einstieg besuchten sie in Madrid Deutschkurse. In der Berufsschule in Frankfurt stehen den Teilnehmern zudem Übersetzer zur Seite, und sie werden während der Ausbildung fachlich und sozialpädagogisch betreut.

Bei seinem Ausbildungsbetrieb Rudolf Fritz stellte ihm Personalchef Matthias Schmenger gleich einen spanisch sprechenden Kollegen zur Seite. „Das passte von Anfang an, und im Umgang mit den anderen Kollegen hilft das Handy mit Übersetzungs-Apps“, erläutert Schmenger.

Rudolf Fritz ist einer der großen mittelständischen Elektrotechnikbetriebe Hessens mit über 300 Beschäftigten, davon etwa 200 am Stammsitz in Rüsselsheim. Das Unternehmen steht für innovative Lösungen rund um die Elektrotechnik und ist dabei, wenn Anlagen großer Automobilhersteller oder Gebäude mit Strom versorgt werden müssen.

Im Tochterunternehmen in China, das auf die Beleuchtung von Crashtest-Anlagen spezialisiert ist, hatte Gomez bereits einen vierwöchigen Einsatz. „Dass ich durch die Arbeit nun sogar die Welt kennenlernen kann, ist klasse“, freut sich Gomez.

„Als Dienstleister sind wir ganz besonders vom Können und Wissen unserer Mitarbeiter abhängig, deshalb bilden wir intensiv aus und nutzen auch alternative Wege, um gute Leute zu bekommen“, erläutert Geschäftsführer Werner Nickel. Dank der guten Erfahrungen mit Daniel Gomez will er das Projekt mit spanischen Azubis fortsetzen.


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