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Die Zukunft selbst in der Hand

Junger Mann aus Eritrea startet mit 25 Jugendlichen Ausbildung bei ContiTech

Vor drei Jahren nutzte Kibrom Teame die Chance und floh aus dem diktatorischen Eritrea. Jetzt begann der junge Mann eine Ausbildung beim Kautschuk-Spezialisten ContiTech in Waltershausen. Sein Ziel: Sich ein Leben aufbauen.

Komplexe Maschine: Azubi Kibrom Teame will Anlagenführer werden. Foto: Continental

Komplexe Maschine: Azubi Kibrom Teame will Anlagenführer werden. Foto: Continental

Waltershausen. Kibrom Teame ist glücklich. Seit Ende Juli 2018 macht er eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer bei ContiTech im thüringischen Waltershausen. „Ein interessanter Beruf“, findet der 24-Jährige. Teame mag es, komplexe Maschinen zu bedienen, an Robotertechnik zu tüfteln. Und: Endlich ist der wissensdurstige junge Mann im ganz normalen Leben angekommen. „Ab jetzt habe ich meine Zukunft selber in der Hand.“

In seinem Heimatland Eritrea war das nicht so. Vor fünf Jahren wurde er zum Militär eingezogen, durfte die Schule nicht beenden. Besonders schlimm: Das diktatorisch regierte Eritrea führte damals Krieg gegen Äthiopien. Teame rang lange mit sich, nutzte eine Chance, flüchtete 2014, kam nach Deutschland.

Markenzeichen sind kleine Lerngruppen

Gemeinsam mit ihm fingen jetzt 25 junge Leute im Alter von 15 bis 25 Jahren an dem Kautschukstandort in Thüringen eine Ausbildung an. Darunter Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Mechatroniker, Industriemechaniker, Elektroniker, Industriekaufleute und duale Studenten. „Markenzeichen unserer Ausbildung sind kleine Lerngruppen“, sagt Ausbildungsleiter Christian Laue. „Die Teams sind fünf bis acht Lehrlinge stark und werden intensiv durch einen der fünf Ausbilder betreut.“ Ihnen bietet Conti Metall- und Pneumatikwerkstatt, Schweißraum, Labore sowie Schulungsräume.

„Jetzt mache ich meine Lehre. So gut wie möglich.“

Den Lehrvertrag bekam Teame, weil er, sagt Laue, „gute Praktika und ein Jahr Einstiegsqualifizierung mit sehr guten Leistungen absolvierte“. Mittlerweile spricht Teame prima Deutsch. Er fühlt sich wohl in Thüringen, will bleiben, arbeiten, Geld verdienen, sich ein Leben aufbauen. „Aber jetzt mache ich erst mal meine Lehre. So gut wie möglich.“ Da ist der junge Mann ganz entschloss.

Mit der Natur Probleme lösen


Seit Ende 2017 betreibt ContiTech mit dem Gothaer Föbi- Verein in Waltershausen ein Bionik-Zentrum für Schüler. Die Bionik will technische Probleme durch Vorbilder der Natur lösen. Etwa mit Lotus-Effekt oder Klettverschluss. Schulklassen können dort experimentieren und sich das Werk anschauen. So will ContiTech Jugendliche an Technik heranführen und Werbung für eine Ausbildung machen.

So macht das die Natur: Experiment im Bionik-Zentrum. Foto: Conti

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aktualisiert am 28.11.2018

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