Neuer Dämmstoff

Jetzt wird der Kühlschrank richtig gut eingepackt


Ein Land im Strompreis-Schock: Um 13 Prozent wird die Kraft aus der Steckdose im nächsten Jahr teurer, das hat das Internet-Portal Verivox errechnet. Ein Fünftel der Kosten geht auf den Energiehunger von Kühlschrank und Gefriertruhe zurück. Das lässt sich ändern.

Denn mittlerweile haben die Hersteller Kühlschränke entwickelt, die nicht einmal mehr halb so viel Strom benötigen wie vor zehn Jahren. Und Werkstoff-Spezialisten wie Bayer MaterialScience helfen ihnen dabei. Die Leverkusener Forscher haben einen neuen Dämmstoff (Markenname „Baytherm Microcell“) entwickelt, der deutlich besser isoliert als seine Vorgänger.

Die Wärme wird ausgebremst

„Es ist ein neuartiger Hartschaum aus dem bewährten Polyurethan“, erklärt Reinhard Albers, Leiter der Anwendungstechnik für Technische Isolierung bei dem Bayer-Tochterunternehmen. „Die Bläschen sind in diesem Mikroschaum aber um bis zu 40 Prozent kleiner als beim herkömmlichen Schaum.“

Das Ergebnis: Die Wärmestrahlung wird auf ihrem Weg in den Kühlschrank durch die Dämmschicht richtig ausgebremst. Denn wegen der vielen kleinen Bläschen wird sie häufiger an Wänden reflektiert, als das in einem Material mit großen Bläschen der Fall wäre. „Das verringert die Wärmeleitfähigkeit des Materials um bis zu 10 Prozent“, sagt Albers. Bei gleicher Dicke der Dämmschicht isoliert der neue Schaum also besser als bisher.

Geschafft haben die Bayer-Forscher das, indem sie Komponenten und Zusatzstoffe für den Schaum optimiert haben. Nun sind die Bläschen kaum dicker als ein Haar.

Für die Hersteller von Haushaltstechnik ist das eine interessante Neuentwicklung. Um die Vorgaben der EU-Kommission für das Stromsparen bei Kühlgeräten erreichen zu können, bauen sie zurzeit oft dämmende Hightech-Paneele ein. Die isolieren mithilfe eines Vakuums. „Sie sind aber sehr teuer“, weiß Bayer-Forscher Albers. „Unser neuer Mikrozell-Hartschaum dürfte deshalb in der Branche sehr willkommen sein.“

Produktion wird einfacher

Durch ihn können die Hersteller die kostspieligen Paneele zu einem guten Teil ersetzen. Und zugleich die Produktivität steigern. Die Paneele sind nämlich schwierig einzubauen. Der neue Bayer-Werkstoff dagegen lässt sich einfach mit etablierten Schäum-Technologien verarbeiten.

Bekannte Kühlschrankhersteller prüfen das Potenzial des neuen Dämmstoffs zurzeit intensiv. In Leverkusen warten Albers und sein Team nun gespannt auf den ersten Auftrag.

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Schlagwörter: Innovationen Strom

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