Waren-Verkehr

Jetzt werden Container intelligent


EADS Astrium entwickelt mit Partnern ein System zur Verfolgung von Transporten

Bremen. Vor 50 Jahren sorgte der Container für einen Fortschritt im Transport. Heute könnte eine kleine Box im Container für eine weitere Revolution sorgen.

Das eher unscheinbare Kästchen an der Containertür hat’s in sich: Elektronik vom Feins­ten und ein Sender, der über Satellit den jeweiligen Aufenthaltsort des Transportbehälters meldet. Auf den Meter ge­nau und wann immer Versender oder Empfänger es wünschen. Entwickelt und gebaut wurde das System von der Bremer Raumfahrtschmiede EADS Astrium. Gemeinsam mit dem Osnabrücker Logistik-Unternehmen Hellmann und dem Bremer Containerumschlagkonzern Eurogate soll das Produkt nun zur Serienreife entwickelt werden.

„Das System bietet nicht nur die punktgenaue Ortung der Container, sondern kann über Sensoren auch Auskunft über den physischen Zu­­stand der Box geben“, berichtet Stefan Klose von Eurogate.

Der Zoll kann’s lesen

So können Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwacht oder Luftverunreinigungen im Container gemeldet werden. Zudem meldet die Box jede Unregelmäßigkeit, etwa wenn jemand versucht, den Container aufzubrechen.

 

Darüber hinaus kann die elektronische Box mit den Versanddaten gefüttert und vom Zoll und ande­ren am Transport beteiligten Stellen automatisch ausgelesen werden. „Das würde die Behandlung des Containers erheblich vereinfachen“, sagt Klose. Im Idealfall könn­ten damit auch die demnächst kommenden verschärften Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. „Die USA denken über eine Rönt­genpflicht für Im­port­container nach“, er­läutert der Containerfachmann. „Unsere intelligente Box würde bereits Auskunft über den Container-Inhalt geben, der dann nicht mehr ge­röntgt werden müsste“,  erläutert  er.

Inzwischen haben die ersten „intelligenten Container“ Probefahrten über den Atlantik erfolgreich absolviert. „Alle Systeme funktio­nieren, jetzt geht’s an die Vermarktung“, berichtet Klose. Wenn alles gut geht, könnte diese Phase bereits im zweiten Halbjahr 2009  starten.

Lothar Steckel

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