Finanzkrise

Jetzt kommt es auf die Gewinne an!


Schreckgespenst Kreditklemme: So sind Betriebe gut gerüstet

Finanzkrise? Kreditklemme? Liquiditätsfalle? All das bringt Nicola Leibinger-Kammüller nicht aus der Ruhe. Ihre Firma hat genug Geld. Für neue Entwicklungsprojekte, Maschinen und Bauvorhaben. Leibinger-Kammüller  leitet das Familienunternehmen Trumpf mit weltweit 8.000 Mitarbeitern.

Der Hersteller von Werkzeugmaschinen und Lasertechnik mit Stammsitz Ditzingen hat im vergangenen Geschäftsjahr (Stichtag: 30. Juni) erstmals mehr als 2 Milliarden Euro umgesetzt. Die Schwaben verdienen gut, der Gewinn nach Steuern legte zuletzt um 11 Prozent auf  230 Millionen Euro zu. Das Gros des Gewinns floss erneut in die Rücklagen. Für weitere Investitionen.

Wer schwach auf der Brust ist, muss zittern

Trumpf vergrößert derzeit seinen Stammsitz flächenmäßig um ein Drittel. Und das, obwohl die Stimmung jetzt gekippt, der Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um rund 10 Prozent eingebrochen ist. Auch in schlechteren Zeiten zu investieren, gehöre zur Firmenstrategie, sagt die Geschäftsführerin.

Geld dafür ist genug da. Trumpf verfügt über  ein dickes Eigenkapital-Polster von fast 50 Prozent der Bilanzsumme. Alle reden von der Finanzkrise – hier scheint sie ganz weit weg zu sein.

Trumpf gehört zu den Un­ternehmen, die sich vor einer Kreditklemme kaum fürchten müssen. „Betriebe mit einer Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent sind von Finanzierungsproblemen derzeit nicht betroffen“, sagt Cre­dit­reform-Hauptgeschäftsführer Helmut Rödl.

 

Wer aber schwächer auf der Brust ist, muss zittern. Weil die Institute jetzt genauer hinschauen – und die Konditionen verschärfen.

Das spüren inzwischen auch viele Betriebe von Deutschlands größtem Industriezweig Metall und Elektro (M+E). Jede vierte Firma hat unter der zurückhaltenden Kreditvergabe zu leiden, ergab eine Umfrage der M+E-Arbeitgeberverbände. Andere Firmen der Branche sind zwar nicht di­rekt betroffen, spüren die Finanzkrise aber über ihre Kunden.

Da die weltweiten In­vestitionen sinken, kommen für die M+E-Be­triebe we­niger Aufträge rein. Und weil sich jetzt die Verbraucher mit großen Anschaffungen wie den Kauf eines neuen Wagens zurückhalten, steuern die Autobauer auf eine große Krise zu.

Mehr Rücklagen – aber nicht genug

Dass wir bisher noch gut da­vongekommen sind, hat auch damit zu tun, dass sich unsere Betriebe in den fetten Jahren ein Finanzpolster zugelegt haben.

Ihre Eigenkapitalquote liegt nach Angaben des Bankenverbands mittlerweile wieder bei rund 25 Prozent. Das heißt:  Von je 100 Euro, die in eine neue Maschine fließen, stammen 25 Euro vom Unternehmen selbst und 75 Euro sind geliehen.

Trotzdem besteht, international gesehen, noch ein Nachholbedarf. So beträgt die Eigenkapitalquote etwa in Großbritannien 41 Prozent und in den USA 40 Prozent (Stand 2006, neueste Statistik).

Wie es mit der Finanzkrise weitergeht, steht in den Sternen.  Sollten trotz des milliardenschweren Rettungspakets der Bundesregierung die Fi-nanzierungsprobleme der Banken anhalten, könne sich die Lage für die Kreditnehmer noch zuspitzen, warnt David Milleker, Chefvolkswirt von Union Investment.

Bei der Pumpenfabrik Uraca im schwäbischen Bad Urach sieht man die derzeitige Fi-nanzkrise gelassen. Der Hersteller von Hochleistungspumpen und -reinigungs­sys­temen gab vor ein paar Wochen den Startschuss zum Bau einer neuen Fertigungs­halle, Kosten in­klusive Maschinen: fast 5 Millionen Euro.

„Das geht, weil wir in den letzten Jahren eine gute Entwicklung gemacht haben“, so Geschäftsführer Johann Amon. Der Umsatz wird 2008 rund 61 Millionen Euro erreichen, fast die Hälfte mehr als vor  drei  Jahren. 

Barbara Auer, Wilfried Hennes

 

Dank der höheren Gewinne konnten die Unternehmen mehr Rücklagen bilden. Der Eigenkapitalanteil liegt laut einer Schätzung des Bankenverbands mittlerweile bei 25 Prozent. Doch in diesem Jahr dürfte der Trend schon wieder kippen.

Schreckgespenst Kreditklemme: So sind Betriebe gut gerüstet

Finanzkrise? Kreditklemme? Liquiditätsfalle? All das bringt Nicola Leibinger-Kammüller nicht aus der Ruhe. Ihre Firma hat genug Geld. Für neue Entwicklungsprojekte, Maschinen und Bauvorhaben. Leibinger-Kammüller  leitet das Familienunternehmen Trumpf mit weltweit 8.000 Mitarbeitern.

Der Hersteller von Werkzeugmaschinen und Lasertechnik mit Stammsitz Ditzingen hat im vergangenen Geschäftsjahr (Stichtag: 30. Juni) erstmals mehr als 2 Milliarden Euro umgesetzt. Die Schwaben verdienen gut, der Gewinn nach Steuern legte zuletzt um 11 Prozent auf  230 Millionen Euro zu. Das Gros des Gewinns floss erneut in die Rücklagen. Für weitere Investitionen.

Wer schwach auf der Brust ist, muss zittern

Trumpf vergrößert derzeit seinen Stammsitz flächenmäßig um ein Drittel. Und das, obwohl die Stimmung jetzt gekippt, der Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um rund 10 Prozent eingebrochen ist. Auch in schlechteren Zeiten zu investieren, gehöre zur Firmenstrategie, sagt die Geschäftsführerin.

Geld dafür ist genug da. Trumpf verfügt über  ein dickes Eigenkapital-Polster von fast 50 Prozent der Bilanzsumme. Alle reden von der Finanzkrise – hier scheint sie ganz weit weg zu sein.

Trumpf gehört zu den Un­ternehmen, die sich vor einer Kreditklemme kaum fürchten müssen. „Betriebe mit einer Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent sind von Finanzierungsproblemen derzeit nicht betroffen“, sagt Cre­dit­reform-Hauptgeschäftsführer Helmut Rödl.

 

Wer aber schwächer auf der Brust ist, muss zittern. Weil die Institute jetzt genauer hinschauen – und die Konditionen verschärfen.

Das spüren inzwischen auch viele Betriebe von Deutschlands größtem Industriezweig Metall und Elektro (M+E). Jede vierte Firma hat unter der zurückhaltenden Kreditvergabe zu leiden, ergab eine Umfrage der M+E-Arbeitgeberverbände. Andere Firmen der Branche sind zwar nicht di­rekt betroffen, spüren die Finanzkrise aber über ihre Kunden.

Da die weltweiten In­vestitionen sinken, kommen für die M+E-Be­triebe we­niger Aufträge rein. Und weil sich jetzt die Verbraucher mit großen Anschaffungen wie den Kauf eines neuen Wagens zurückhalten, steuern die Autobauer auf eine große Krise zu.

Mehr Rücklagen – aber nicht genug

Dass wir bisher noch gut da­vongekommen sind, hat auch damit zu tun, dass sich unsere Betriebe in den fetten Jahren ein Finanzpolster zugelegt haben.

Ihre Eigenkapitalquote liegt nach Angaben des Bankenverbands mittlerweile wieder bei rund 25 Prozent. Das heißt:  Von je 100 Euro, die in eine neue Maschine fließen, stammen 25 Euro vom Unternehmen selbst und 75 Euro sind geliehen.

Trotzdem besteht, international gesehen, noch ein Nachholbedarf. So beträgt die Eigenkapitalquote etwa in Großbritannien 41 Prozent und in den USA 40 Prozent (Stand 2006, neueste Statistik).

Wie es mit der Finanzkrise weitergeht, steht in den Sternen.  Sollten trotz des milliardenschweren Rettungspakets der Bundesregierung die Fi-nanzierungsprobleme der Banken anhalten, könne sich die Lage für die Kreditnehmer noch zuspitzen, warnt David Milleker, Chefvolkswirt von Union Investment.

Bei der Pumpenfabrik Uraca im schwäbischen Bad Urach sieht man die derzeitige Fi-nanzkrise gelassen. Der Hersteller von Hochleistungspumpen und -reinigungs­sys­temen gab vor ein paar Wochen den Startschuss zum Bau einer neuen Fertigungs­halle, Kosten in­klusive Maschinen: fast 5 Millionen Euro.

„Das geht, weil wir in den letzten Jahren eine gute Entwicklung gemacht haben“, so Geschäftsführer Johann Amon. Der Umsatz wird 2008 rund 61 Millionen Euro erreichen, fast die Hälfte mehr als vor  drei  Jahren. 

Barbara Auer, Wilfried Hennes

 

Dank der höheren Gewinne konnten die Unternehmen mehr Rücklagen bilden. Der Eigenkapitalanteil liegt laut einer Schätzung des Bankenverbands mittlerweile bei 25 Prozent. Doch in diesem Jahr dürfte der Trend schon wieder kippen.

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