Neuheit fürs Baby

Jeder Schnuller ein Unikat: Damit liegt Hersteller Mapa voll im Trend

Zeven. Klar ist der Kunde König. Aber mit der Idee von Mapa im niedersächsischen Zeven können Eltern ihre Babys nun zu Schnuller-Königinnen und Schnuller-Königen machen.

Das Zauberwort heißt „customized“ – jeder Kunde erhält den Schnuller nach seinen individuellen Wünschen: in der Lieblingsfarbe, mit dem Lieblingswort oder dem Lieblingsnamen.

Bisher hat der Marktführer für Schnuller und Sauger das gängige Herstellungsprinzip verfolgt: Ein gutes Fabrikat wird so oft wie möglich hergestellt. Das hat sich mit dem „NUK-Schnulleratelier“ geändert. Da gibt es oft nur eine Stückzahl: eins!

Dieses Konzept hat die Firma ein wenig auf den Kopf gestellt. Rabea Seiler, bei der Marke NUK zuständig für Kommunikation und das Online-Geschäft, stellt fest: „Customizing ist ja ein allgemeiner Trend.“ Also war auch Mapa daran interessiert.

Das Problem: Auch die Herstellung eines Schnullers ist durchaus kompliziert. Er muss gesundheitlich unbedenklich sein und von hoher Qualität, die Farben müssen im Grunde essbar sein, und sie müssen kochendem Wasser standhalten. Wie kriegt man es hin, da auch noch die ganz persönliche Note reinzubringen?

Mapa-Ingenier Jürgen Löhn hat das ermöglicht. Beim Ausarbeiten des modifizierten Produktionsverfahrens tüftelte er zunächst mit Pappmodellen. „Und jetzt geht es!“, erzählt Marketing-Frau Seiler, und man sieht ihr den Stolz dabei an.

Auf der eigens eingerichteten Internetseite (nuk.de/schnulleratelier) klickt der Kunde an, wie alt das Kind genau ist, für das der Schnuller sein soll – damit die Größe passt. Dann wählt er aus unzähligen Vorlagen die Farbe und das Muster aus, sogar eigene Fotos sind möglich. Dann Text draufschreiben, bestellen, bezahlen (etwa 10 Euro), fertig! Mapa verspricht, dass der Schnuller in fünf Tagen da ist. Meist sind es aber nur zwei Tage.

Die Produktion beansprucht keine Stunde. Die Nachfrage sei riesig, heißt es beim Unternehmen. Es bestellten Eltern Schnuller fürs Kind, Großeltern fürs Enkelkind – und mitunter schon die werdenden Eltern für die künftigen Großeltern, um ihnen die neue Situation auf diese Weise mitzuteilen.

Mapa ist heute Teil von Jarden Corporation in den USA. 1947 wurde das Unternehmen unter dem Namen „Hanseatisches Gummiwerk Bachmann & Co. KG“ gegründet. Damals waren die Produkte Gummihandschuhe und Kondome.

1956 kamen die NUK-Schuller und Sauger für Trinkflaschen dazu. Die Firma entwickelte mit Zahnärzten und Kieferspezialisten einen neuen, kiefergerecht geformten Saugertyp. Auch heute haben Mediziner ein Auge auf die Produkte.

Inzwischen gibt es auch den Fläschchen-Konfigurator. Weitere Customizing-Produkte für Kleinkinder sollen folgen. Laut Rabea Seiler geht das nur deshalb, weil alle im Haus so überdurchschnittlich engagiert sind und mithelfen. Denn alles musste umgestellt werden: „Man denke nur an den Versand – keine großen Stückzahlen, nur ein Exemplar.“


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