Ausbildung

Jeder Jugendliche wird gebraucht


„Nordchance“ hilft beim Berufsstart – auch wenn in der Schule nicht alles glatt gelaufen ist.

Bremen. Das frustriert: Schule abgeschlossen, jede Menge Bewerbungen geschrieben, aber keinen Ausbildungsplatz bekommen. So wie Sylvia Berndt (22) und Serdal Bal (25) geht es vielen Hauptschülern. Sie haben nur geringe Chancen auf Einstieg ins duale Ausbildungssystem. Sylvia und Serdal haben es dennoch geschafft. Geholfen hat die „Nordchance“.

Seit zwei Jahren läuft dieses vom Arbeitgeberverband NORDMETALL initiierte und von der Bundesagentur für Arbeit unterstützte Förderprogramm. Es bietet Jugendlichen mit sogenannten Vermittlungshemmnissen die Aussicht, über einen Zwischenschritt in die reguläre Ausbildung einzusteigen.

In Bremen besonders erfolgreich

Die Idee stammt von Ingo Kramer. Der NORDMETALL-Präsident wollte ein Programm, in dem Jugendliche fachlich, sozial und praxisnah auf eine Ausbildung vorbereitet werden.

Dabei spielt nicht nur die soziale Verantwortung eine Rolle. „Der demografische Wandel verpflichtet uns, noch mehr motivierte Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen in unser Ausbildungssystem zu integrieren“, sagt Kramer und fügt hinzu: „Wir können auf keinen Jugendlichen verzichten!“

7,5 Millionen Euro stecken die Arbeitgeber in das Programm, das sich jeweils aus einer dreimonatigen Theorie- und einer siebenmonatigen Praxisphase zusammensetzt. Das Projekt läuft in fünf norddeutschen Bundesländern und hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb von fünf Jahren rund 1.000 Jugendliche an eine Ausbildung heranzuführen. Im Bundesland Bremen ist es besonders erfolgreich.

Vermittlungsquote über 70 Prozent

Inklusive des aktuellen dritten Jahrgangs haben bereits 105 junge Menschen die „Nordchance“ ergriffen. Von den 75 Teilnehmern der ers-ten beiden Jahre erhielten 54 einen Ausbildungsplatz. „Unsere Vermittlungsquote von über 70 Prozent sucht ihresgleichen“, freut sich Cornelius Neumann-Redlin.

Der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände im Lande Bremen und Leiter der NORDMETALL-Geschäftsstelle sagt: „Wir sind überzeugt, das richtige Instrument für Jugendliche mit Startschwierigkeiten und für Unternehmen auf Nachwuchssuche entwickelt zu haben.“

Sylvia Berndt und Serdal Bal können das bestätigen. Nach der dreimonatigen Theoriephase im Bildungszentrum der Wirtschaft haben sie in der Lehrwerkstatt des Armaturen-Herstellers Gestra sieben Monate gefeilt, gebohrt und gefräst.

Sie haben ihren Platz gefunden. Seit Beginn dieses Ausbildungsjahres lernen sie den Beruf des Zerspanungsmechanikers.

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