Menschen

Jeder Einzelne bringt die Firma voran


Der Mitarbeiter – nur ein Rädchen im Getriebe? Wir sind der Sache nachgegangen.

Seit 37 Jahren arbeitet Karin Merbach bei Bayer HealthCare Pharmaceuticals (früher Bayer Schering Pharma) in der Produktion. Als Linienführerin versieht sie Arzneimittel-Ampullen und -Fläschchen ordentlich mit Etiketten. Die ehemalige Schuhverkäuferin ist eine von 5.000 Mitarbeitern am Standort Berlin – und eine wichtige Schaltstelle in der großen Organisation. Warum das so ist und wer noch mithilft? Lesen Sie mal:

Sorgt für Infos

Ohne Aufschrift ist ein Medikament unbrauchbar: Niemand wüsste, was in der Verpackung steckt und wozu man es braucht. „Ich kontrolliere, ob auch alle Angaben auf dem Etikett stehen“, erklärt die Linienführerin Merbach.

Für den Export muss der Aufdruck in der richtigen Sprache sein. Obwohl sie weder japanisch noch chinesisch kann, ordnet sie die Schriftzeichen zielsicher zu: „Das lernt man mit der Zeit.“ Täglich gehen bis zu 70.000 Ampullen durch ihre Hände.

Hat den Überblick

Ob es um die betriebliche Kita geht, um die Energieversorgung, Feuerwehr oder Produktion: Standortleiter Hans-Joachim Raubach sorgt dafür, dass es funktioniert. „Ich laufe oft übers Gelände und schaue mir alles persönlich an“, sagt er. Schon ab 7.15 Uhr sitzt er am Schreibtisch, abendliche Geschäftsessen zählen für ihn nicht zur Arbeitszeit.

Die Belegschaft schätzt ihn als „Mann zum Anfassen“: Drücken die Kollegen Sorgen und Nöte, hat er dafür ein offenes Ohr.

Informiert Patienten

Innovative Medizin ist gut. Doch wie erreichen diese neuen Therapien in Zeiten knapper Gesundheitsbudgets die Patienten? Jessica Federer arbeitet daran – gemeinsam etwa mit Patienten-Organisationen, Ärzten, Zulassungsbehörden und Krankenkassen. Ihr Job ist brandneu: „Wenn wir ein Produkt einführen, muss die Welt darauf vorbereitet sein“, erklärt die hübsche Amerikanerin.

Sie zeigt den Wert neuer Diagnostika und Therapien auf und sichert so den schnellen Marktzugang.

Betreut Azubis

Die Bewerber für ein duales Studium (meist Betriebswirtschaft) landen bei Sandra Kasischke.

Die Ausbilderin schaut, dass „ihre Schäfchen“ bis ins Ziel kommen. Sie selbst lernt leidenschaftlich gern: Im vergangenen Jahr schaffte sie den „Master“, jetzt sattelt sie noch eine Weiterbildung für Kommunikation drauf.

Macht die Preise

Betriebswirt Chris Lischke hat gerade erst seine Ausbildung beendet – und er macht schon einen Riesenjob: „Ich ermittle den optimalen Preis für unsere Produkte“, sagt er.

Das ist wichtig: Ist ein Produkt zu teuer, kauft es keiner. Ist es zu billig, lohnen sich Forschen und Entwicklung  für das Unternehmen nicht.

Hat die Kasse

Die penible Abrechnung für ein Millionen Euro schweres Budget erledigt Marketing-Assistentin Inka Rinn.

Früher war sie Sopran-Sängerin. Das „Vorsingen“ beim Controller macht ihr nichts aus: „Meine Kasse stimmt!“, sagt sie. „In Venedig auf der Bühne zu stehen, hat mir weit mehr Lampenfieber bereitet.“

Findet neue Wirkstoffe

Die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen sucht Amaury Fernández-Montalván.

Der Biochemiker hält Ausschau nach Leitstrukturen für neue Wirkstoffe. Dafür testet der Laborleiter über 2,5 Millionen verschiedene Substanzen für jedes Projekt. Die Ausbeute ist dünn: „Wenn davon nach vielen weiteren Tests am Ende ein Hoffnungsträger übrig bleibt, ist das viel!“

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