Karriere

Jahrzehnte dabei: Mitarbeiter bei Bayer in Wuppertal haben was zu erzählen

Wuppertal. Wunderkerzen basteln und Stinkbomben bauen, das fand Frank Grave als Junge großartig! Weil ihm sein Chemiebaukasten so viel Spaß machte, wurde er Chemielaborant beim Pharmakonzern Bayer in Wuppertal. Eine Wahl, die er nie bereut hat. Heute, 35 Jahre später, betreut er mit seinem Team die komplette Infrastruktur des Forschungszentrums.

Rund 1.500 Wissenschaftler und Laboranten entwickeln hier neue Arznei-Wirkstoffe. „Mein Team und ich sorgen dafür, dass sich die Mitarbeiter ganz ihren Synthesen widmen können“, sagt der Betriebsleiter für Organisation und Arbeitssicherheit. Er erstellt etwa Betriebsanweisungen und Gefährdungsbeurteilungen für den sicheren Umgang mit Chemikalien.

Zwar hantiert er selbst seit Jahren nicht mehr mit Reagenzien. Dennoch ist sein Praxiswissen unerlässlich: „Die Arbeitssicherheit muss den Gesetzen entsprechen und in unsere Abläufe integriert werden“, erklärt er. Deshalb fließt seine Erfahrung in die Ausstattung neuer Bereiche mit ein.

„Eine typische Bayer-Karriere“, findet Elisabeth Weischenberg mit Blick auf den Kollegen. Seit 45 Jahren ist die gelernte Chemielaborantin im Unternehmen. Heute ist sie Assistentin des Standortleiters, bald geht sie in Rente. „Meine Generation war damals in Aufbruchstimmung“, erinnert sich die Bayer-Veteranin. „Nach der Ausbildung war uns der Arbeitsplatz sicher. Und in dem großen Konzern hatten wir viele Entwicklungsmöglichkeiten.“

Als sie 1970 anfing, rollten Arbeiter noch Fässer von Hand übers Gelände. Denn zur Forschung gehört die Pharma-Produktion mit heute mehr als 1.000 Tonnen Wirkstoffen pro Jahr und weiteren 1.700 Mitarbeitern. Längst läuft hier vieles vollautomatisch.

Auch ihr Beruf hat sich verändert: „Texte nach Diktat zu schreiben, genügt nicht“, sagt sie. Man muss fit sein in Business-Englisch, den Computer und seine Programme beherrschen sowie Konfliktmanagement können. Kurz: „Eine Chef-Assistentin organisiert, kommuniziert und zieht im Hintergrund die Fäden.“ Weischenberg versteht zudem viel von Chemie. „Meinem Chef war das damals wichtig.“ Lächelnd blickt sie auf ein vergilbtes Foto aus alten Zeiten: „Müsste ich jetzt wieder ins Labor, hätte ich viel nachzuholen.“

Dass der Wandel weitergeht, zeigt auch die aktuelle Entwicklung des Werks: Überall sind Baustellen. Gerade entstehen die Gebäude zur Produktion neuer Wirkstoffe für die Behandlung der Bluterkrankheit. „Wir haben den Zuschlag wegen unseres biotechnologischen Know-hows bekommen“, sagt Standortleiter Klaus Jelich voller Stolz. Es ist die größte Investition in der Geschichte des Standorts.


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