Qualitätssicherung

Jahrelang fehlerfrei


Zufriedene Kunden, keine Reklamationen: das Neumarkter Werk von Delphi

Darauf ist Delphi stolz: Kein Kunde des 500 Mitarbeiter zählenden Automobilzulieferers in Neumarkt hatte in den letzten sechs Jahren und drei Monaten etwas zu beanstanden. Es gab also null Fehler.

Dabei werden hier jeden Tag neben Tanksystemen und Spezialkabelsätzen zigtausende stromführende Kontaktteile gefertigt.

Kontakte für die Nervenbahnen im Auto

Eingebaut in ultradünne Verbindungsstecker sind sie wahre Alleskönner:  Über Signale entsperren sie die Tür oder starten den Motor. Bis zu 3.000 dieser Kontaktteile finden sich in einem Mittelklassewagen. Erst durch sie werden die Kabelsätze, die „Nervenbahnen“ des Autos, funktionstüchtig.

Weil sie sich höchste Güte auf die Fahnen geschrieben haben, heimsen die Oberpfälzer seit Jahren Preise ein: wie intern schon fünfmal unter fast 200 Standorten die höchste Qualitätsstufe „Platin“.

Und im März den „Bayerischen Qualitätspreis 2007“ – wie 1997. Werkleiter Johann Lang verrät:  „Jede Auszeichnung ist für uns Ansporn, sie auch das nächste Mal wiederzubekommen.“

Der Delphi-Konzern, darunter die Delphi Deutschland GmbH, ist durch die Auslagerung des Zuliefergeschäfts von General Motors Ende der 90er-Jahre entstanden. Daher macht der Bereich 90 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Beliefert werden alle Autohersteller. Weltweit liegt die Firma auf Rang vier aller Zulieferer.

Veränderungen haben die Oberpfälzer Delphi-Mitarbeiter schon einige erlebt. Im Werk Süd zuletzt vom Schwerpunkt Kabelsatzfertigung mit viel Handarbeit hin zur fast vollautomatisierten Produktion von Hightech-Teilen.

Einer, der diesen Wandel erlebt hat, ist Gerhard Sippl. Seit 25 Jahren dabei, arbeitet der Werkzeugmacher heute als Schichtführer. „Wir haben hier 540 Steckverbinder im Programm“, sagt er nicht ganz ohne Stolz, „und alle eins a.“

Jeder übernimmt Verantwortung

Das Erfolgsgeheimnis sind die  Stanzstraßen. Auf ihnen überwachen 150 Mitarbeiter die Fertigung der Kontaktteile für die Autoelektronik-Komponenten. Bis zu 3.000 Teile kommen da aus einer Maschine – jede Minute.

Dies wurde erst möglich, als Delphi 2001 die Prozesse in der Fertigung radikal veränderte: Je drei Stanzen pro Linie wurden in eine Hochleistungsstanze zusammengefasst. Weniger Einzelschritte – das spart Zeit. „Und so können manche Fehler gar nicht erst passieren“, erklärt Lang. 

Ihren Anteil an den rekordverdächtigen Qualitätsverbesserungen haben auch die 36 Mitarbeiter im Werkzeugbau, der 2001 installiert wurde. Auf sie kommt es an, wenn einmal eine Maschine steht. „So bekommen wir dreimal schneller die Ersatzteile oder Werkzeuge, als wenn wir sie extern bestellen“, so der Werkleiter.

Entscheidend sei die Einstellung der Mitarbeiter: „Fehler- und Verantwortungsbewusstsein gehen Hand in Hand“, betont Peter Urban. Als Qualitätsberater bespricht er jeden Mittwoch mit der Belegschaft besondere Aufträge oder Problemfälle. „Bei uns hat jeder das Gefühl: ‚Qualität bei Delphi: Ja, die mach ich’.“

Eva Schröder

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