Menschen

IT-Talent aus Ungarn


Fühlt sich heimisch: Robert Dady fand eine Stelle beim Bordnetzhersteller S-Y Systems in Regensburg. Foto: Weigel

Robert Dady betreut Datenbanken von S-Y Systems

Regensburg. Aus Ungarn in die Oberpfalz: „Die Donau schlägt die Brücke“, sagt Robert Dady, Diplom-Informatiker aus Budapest. Der Fluss verbindet seinen Geburtsort mit der Domstadt Regensburg, seiner neuen Heimat in Bayern.

Dort arbeitet der Ungar seit ein paar Monaten für S-Y Systems Technologies. Das Unternehmen produziert Bordnetzsysteme für die Auto-Industrie.

Deutsch schon in der Schule gelernt

Karriere-Chancen hätte Dady auch im eigenen Land gehabt. Warum der Schritt ins Ausland? Die Sprache war es, die ihn nach Deutschland zog. Zudem will er Land und Leute kennenlernen.

Deutsch hat Dady schon in der Schule gelernt. Zweisprachig war auch sein Ingenieur-Studium an der Technischen Universität Budapest. Zusätzlich hat der junge Mann eine Ausbildung als Fachübersetzer und Dolmetscher für Technik. „Diese Kenntnisse wollte ich nutzen“, sagt er.

Eine Job-Messe in der ungarischen Hauptstadt brachte alles ins Rollen. Studienkollegen gaben ihm den Tipp: „Schau doch mal vorbei.“

„Wir kamen schnell ins Gespräch“, erzählt der 29-Jährige von seinem Besuch am Stand der Bewerber-Plattform „career international(me)“. Mit ihr suchen die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände Fachkräfte im Ausland.

Kurz entschlossen stellte Dady sein Personal-Profil in die Datenbank. Aus 4.000 Einträgen fischte S-Y Systems seine Bewerbung heraus. Vorstellungsgespräch, Vertrag – und schon war Dady Anfang September 2011 auf dem Weg nach Deutschland. Erwartungsvoll und gespannt auf seinen neuen Arbeitsplatz.

Familie und Freunde ließ er zurück. Eine schwere Entscheidung? „Nein, ich fühle mich nicht fremd hier“, sagt Dady. Bereits als Student hat er zwei Semester in Karlsruhe verbracht und dort auch seine Diplomarbeit geschrieben.

„Der Weg ins Ausland ist ganz leicht“

Jetzt betreut er als Software-Entwickler Datenbanken des Technik-Unternehmens. Gekaufte Software passt er an die Wünsche der Ingenieure von S-Y an. Dady: „Ich bringe beide Seiten zusammen. Auch dafür ist die Sprache wichtig.“

Was ihm außerdem geholfen hat: Seit dem 1. Mai 2011 gilt die Freizügigkeit für Ungarn und sieben weitere mittel- und osteuropäische Beitrittsländer der EU. Ihre Bürger dürfen seither ohne besondere Erlaubnis in Deutschland arbeiten.

„Es ist ganz leicht“, sagt Dady. „Im Bürgerbüro bekommt man alle Dokumente.“ Sein Arbeitgeber unterstützte ihn auf der Suche nach einer Wohnung.

An den Wochenenden erkundet Dady die Umgebung. Die Walhalla hat er besucht, jenen Ruhmestempel hoch über der Donau mit den Büsten berühmter deutschsprachiger Persönlichkeiten.

Am meisten freut sich Dady aber über den Schnee. „Den hatten wir zu Hause in Budapest zuletzt 1997.“


Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Meine Eltern sind Elektro-Ingenieure. Sie waren meine Vorbilder bei der Berufswahl. Rechnen und Naturwissenschaften haben mir schon als Kind gefallen.

Was reizt Sie am meisten?

Ich löse gerne Technik-Probleme. Auch in der Freizeit beschäftige ich mich mit Elektronik. Damit kenne ich mich gut aus.   

Worauf kommt es an?

Als Informatiker muss ich die Zusammenhänge verstehen und erfassen, was ein Computer-Programm können muss. So kann ich Kollegen mit der passenden Lösung bedienen.

 

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